
Urfin teilte der Eule seine Sorgen mit. Guamoko rollte die großen gelben Augen und sagte nur ein Wort: „Farbe!"
,Der Tischler begriff sofort. Wozu die hölzernen Körper, die gegen Kälte doch völlig unempfindlich waren, in Kleider stecken, wo man sie einfach bemalen konnte? Urfin ließ den Bürgermeister kommen und verlangte, er solle alle Farben bringen, die es im Dorf gab.
Als dies geschehen war, stellte der Tischler die Farbtöpfe um sich, legte ein Paar Pinsel daneben und ging an die Arbeit. Zuerst wollte er probeweise einen Soldaten bemalen, um zu sehen, wie er ausschauen würde. Er malte auf den Holzkörper eine gelbe Montur mit weißen Knöpfen und Koppel und auf die Beine Hosen und Stiefel. Als er den Mann den anderen Soldaten zeigte, freuten sie sich sehr und wünschten, daß er sie ebenso bemale.
Allein wäre Urfin mit dieser Arbeit kaum fertig geworden, deshalb bestellte er alle Maler des Dorfes zu sich, damit sie ihm halfen.
Binnen zwei Tagen glänzte die ganze Armee von frischer Farbe, und eine Meile im Umkreis roch es nach Terpentin und Firnis.
Der erste Zug war gelb bemalt, der zweite blau, der dritte grün, der vierte orange und der fünfte violett.
Den Unteroffizieren hatte Urfin quer über die Schultern farbige Schärpen aufgemalt, worauf diese sehr stolz waren. Betrüblich war nur eins: Die dummen Soldaten konnten nicht abwarten, bis die Farbe trocken war, und stießen sich gegenseitig mit den Zeigefingern in Bauch, Brust und Schultern, so daß sie bald gescheckt wie Leoparden aussahen.
