
Ihre Köpfe wackelten vom hemmungslosen Schluchzen, während die Schellen an ihren Hüten fröhlich läuteten. Dieses Geläute paßte aber wenig zu der traurigen Stimmung der Käuer. Deshalb nahmen sie ihre Hüte ab und hängten sie an Pfähle, die eigens zu diesem Zweck vor den Häusern eingerammt waren.
Urfin befahl allen, nach Hause zu gehen, mit Ausnahme der Schmiede, denen er den Auftrag gab, Säbel mit scharfen Klingen für die Unteroffiziere und den General anzufertigen.
Damit kein Einwohner von Kogida Prem Kokus warnen und zu Verteidigungsmaßnahmen veranlassen konnte, erteilte Urfin den Holzköpfen Order, das Dorf zu umstellen und niemanden hinauszulassen.
Dann ging er in das Haus des Dorfältesten, jagte alle Insassen fort und legte sich schlafen. Der Bär hielt vor der Tür Wache.
Urfin schlief bis zum Abend und ging dann die Wachen inspizieren. Ein ungewöhnlicher Anblick versetzte ihn in Staunen. Der General, die Unteroffiziere und die Soldaten standen auf ihren Posten, hatten sich aber mit großen grünen Blättern und Zweigen bedeckt.
„Was soll das heißen?" fragte Urfin streng. „Was ist los'?"
„Wir schämen uns . . .", erwiderte Lan Pirot verlegen, „wir sind ja nackt . . ."
„Quatsch!" schrie Urfin gereizt. „Ihr seid aus Holz!"
„Aber wir sind doch Menschen, Herr Gebieter, Ihr habt es ja selber gesagt", wandte Lan Pirot ein. „Menschen aber haben Kleider . . . Die Leute machen sich über uns lustig . . ." „Na, wenn's nichts weiter ist . . . Also gut, Ihr sollt Kleider bekommen'." Die Holzköpfe waren darüber so erfreut, daß sie in ein lautes „Hurra" ausbrachen. Urfin aber begann angestrengt nachzudenken: Es war natürlich leicht, den 56 Holzkriegern Kleider zu versprechen, aber woher sie nehmen? In dem kleinen Dorf würde er weder Stoff für die Monturen noch Leder für Stiefel und Koppel, noch Handwerker auftreiben können, die einen so großen Auftrag ausführen konnten.
