sank. Die Lebenskraft der unbekannten Pflanze übertraf alles Dagewesene:

Der unfruchtbare Boden war über und über mit Keimen bedeckt. Als Urfin am Vorabend

den Häcksel über den Platz verstreute, fielen Safttropfen auch auf die Pfähle des Zauns

und die Baumstämme, und jetzt zeigten sich überall junge Triebe.

Ein schrecklicher Gedanke durchzuckte den Tischler. Er zog seine Stiefel aus, kehrte die

Sohlen nach oben und sah, daß auch sie von winzigen Keimen bedeckt waren. Junge

Triebe lugten aus den Nähten seiner Kleider und sprossen auf dem Hackklotz.

In der Vorratskammer gewahrte er, daß auch der Stiel seines Beils von jungen Sprossen

bedeckt war.

Da setzte er sich auf die Treppe vor seiner Haustür und begann nachzudenken. Was sollte er nun anfangen? Sein Heim verlassen und fortziehen? Es tat ihm aber leid, sich von seinem großen Haus und dem Garten zu trennen.

Urfin ging zur Eule, die auf ihrer Stange saß und die gelben Augen wie immer am Tage zugekniffen hielt, und schilderte ihr sein Leid. Der Vogel wiegte sich lange auf der Stange und dachte angestrengt nach.

„Versuch doch, den Häcksel in der Sonne zu rösten", riet Guamoko ihrem Herrn. Urfin zerkleinerte ein paar Triebe, streute sie auf ein Blech mit umgebogenen Rändern und legte dieses unter die heißen Strahlen der Sonne.

„Wollen mal sehen, wie es euch hier ergehen wird!" brummte er. „Wenn ihr so weiter wachst, ziehe ich fort.

Die Pflanzen keimten nicht. Ihre Wurzeln hatten nicht die Kraft, das Blech zu durchstoßen. In wenigen Stunden verwandelte die heiße Sonne des Wunderlandes den grünen Häcksel in braunes Pulver.

„Nicht umsonst bekommt Guam ihr Futter", sagte Urfin zufrieden, „ein kluger Vogel ..." Urfin nahm einen Handkarren und begab sich nach Kogida, wo er sich von den Hausfrauen Bleche geben ließ, auf denen sie ihre Kuchen buken.



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