
Dabei fuchtelte er mit seiner Keule, die dreimal so schwer war wie der Knüppel eines Unteroffiziers und mit einem Hieb jeden Holzkopf zertrümmern konnte.
Lan Pirot ließ die Armee viele Stunden täglich exerzieren, während Urfin ihre Stärke schnell vergrößerte.
Die Energie, mit der Urfin seine Holzarmee schuf, machte auf die Eule Eindruck.
Die Schlaue begriff, daß der Tischler auch ohne ihre Dienste auskommen würde. Da sie bei ihm ein sattes und sorgenloses Leben führte und das zu schätzen wußte, hörte sie mit ihren Sticheleien auf und nannte Urfin nun immer öfter »mein Gebieter«. Das gefiel dem Tischler, und bald stellte sich zwischen ihnen ein gutes Einvernehmen her.
Meister Petz’ Begeisterung war grenzenlos, als er die Wunder seines Herrn sah. Er forderte, daß alle Holzköpfe ihm die größte Ehre erweisen.
Einmal stand Lan Pirot bei Urfins Erscheinen nicht schnell genug auf und verneigte sich nicht tief genug. Dafür verpaßte ihm der Bär mit seiner mächtigen Tatze eine solche Ohrfeige, daß der General sich mehrmals überschlug. Zum Glück sahen es die Soldaten nicht, so daß die Autorität des Generals nicht litt, was man allerdings von seinen Rippen nicht sagen konnte. Von jenem Tag an bezeigte Lan Pirot nicht nur seinem Gebieter, sondern auch dessen treuem Bären den größten Respekt.
Schließlich kam der Tag, da die Armee, bestehend aus einem General, fünf Unteroffizieren und fünfzig Gemeinen, das Exerzieren erlernt hatte und die Waffen zu führen wußte. Die Soldaten hatten zwar keine Säbel, sondern nur die Knüppel, doch für den Anfang genügte das. Außerdem waren sie ja hieb- und stichfest und brauchten sich vor Pfeilen und Lanzen nicht zu fürchten.
DIE HOLZKOPFE ZIEHEN IN DEN KRIEG
An einem schicksalsschweren Morgen wurden die Einwohner von Kogida durch lautes Getrampel geweckt. Durch die Straßen marschierte Urfins Holzarmee. Vornan schritt der Palisandergeneral mit seiner riesigen Keule, ihm folgten die Soldaten, ein Unteroffizier vor jedem Zug.
