
»Nicht umsonst bekommt Guam ihr Futter«, sagte Urfin zufrieden, »ein kluger Vogel…«
Urfin nahm einen Handkarren und begab sich nach Kogida, wo er sich von den Hausfrauen Bleche geben ließ, auf denen sie ihre Kuchen buken.
Als er mit einem Karren voller Bleche zurückkehrte, hob er drohend die Fäuste und zischte seine Feinde an:
»Jetzt werd ich euch’s heimzahlen!«
Er arbeitete verbissen von früh bis spät, nur am Nachmittag machte er eine kleine Pause.
Urfin ging methodisch zu Werke. Er merkte sich jedesmal eine kleine Fläche vor, die er sorgfältig von den Pflanzen säuberte, daß keine einzige übrigblieb. Das mit der Wurzel ausgegrabene Unkraut zerkleinerte er in einer Blechschüssel und breitete es dann zum Trocknen auf die Bleche aus, die in langen Reihen in der Sonne lagen. Dann tat er das braune Pulver in Blechkübel, die er zudeckte. So arbeitete er zäh und unverdrossen vom Morgen bis zum Abend.
Die mit dem Unkraut bewachsene Fläche schrumpfte zusehends. Schließlich kam der Tag, an dem die letzte Pflanze sich in braunes Pulver verwandelt hatte.
In einer einzigen Woche hatte sich Urfin so abgerackert, daß er kaum noch auf den Beinen stehen konnte. Als er über die Schwelle seines Hauses trat, strauchelte er, wobei der Eimer in seiner Hand umkippte und ein Teil des braunen Pulvers auf das Bärenfell fiel, das dem Hausherrn als Fußmatte diente.
Urfin stellte den letzten Kübel beiseite, deckte ihn wie die anderen zu, wankte zum Bett und schlief sofort ein.
Im Schlaf fühlte er sich von jemandem an der Hand gezerrt und erwachte darüber. Als er die Augen öffnete, erstarrte das Blut in seinen Adern: Am Bett stand ein Bär, der den Ärmel von Urfins Rock in den Zähnen hielt.
›Ich bin verloren‹, durchzuckte es Urfin… ›Jetzt wird er mich fressen… Wie ist dieses Ungeheuer aber in mein Haus gekommen? Die Tür war doch verschlossen…‹
