
»Ich glaube, ich verzichte«, sagte ich entschieden.
»Dann muss ich jetzt weiter«, sagte er rasch. »Du weißt ja, wie das ist, alter Junge. Dinge sehen, Leute treffen - ich denke, ich habe da drüben einen Touristen gesehen, der mich geradezu anbettelt, ihn um alles zu erleichtern, was er hat.«
Weg war er und tauchte mit einem Lächeln auf den Lippen und ehrlichem Diebstahl im Sinn so gekonnt durch die Menge, dass diese kaum auswich.
Der Abstrakte stand in der Mitte seines eigenen Personals und seines eigenen sehr privaten Platzes. Jeder ließ ihm eine Menge Raum, weil keiner, der bei klarem Verstand war, ihm zu nahe kommen wollte. Er könnte einen ja bemerken. Der Abstrakte war ein Mann, der sein Menschsein auf seine Essenz reduziert hatte. Oder vielleicht hatte er sich dorthin weiterentwickelt. Man sieht ihn noch am deutlichsten aus dem Augenwinkel, aber selbst dann hat man eher einen Eindruck als eine wirklich definierte Gestalt. Ich weiß nicht, was er zurzeit als Körper benutzt, aber er besteht verflucht nochmal nicht aus Fleisch und Blut. Er ist eine Projektion, die Idee eines Menschen. Unsterblich, unverwundbar und in der Lage, um Ecken zu denken, von denen Sie nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Einige sagen, er habe eine Wette verloren, mit Gott oder dem Teufel, und andere sagen, dass er sich das selbst angetan hat und jetzt nicht mehr aus der Nummer rauskommt. Wie auch immer, der Abstrakte kommt und geht, wie es ihm gefällt und keiner weiß, wie oder warum. Ob das nun eine Tragödie ist oder ein Triumph - wahrscheinlich ist es beides. Das Einzige, auf das man sich bei ihm einigen kann, ist, dass er verrückt ist, böse und dass es gefährlich ist, ihn zu kennen. Also sind wir alle sehr höflich zu ihm.
Ich hatte ihn noch nie an der Jobbörse gesehen.
Er wandte seinen abstrakten Kopf zu mir hin, und ich fühlte den Einschlag seines Blicks geradezu körperlich. Er wusste, wer ich in Wirklichkeit war. Er wusste alles, was er wissen wollte.
