«Das war's, Captain«, grinste er und blickte dann zu dem Admiral hinüber.»Soll ich Sir Charles jetzt an Land bringen?»

Bolitho antwortete nicht gleich. Wie oft hatte er es einfach selbstverständlich gefunden, daß Allday da war. Er kannte ihn durch und durch, seine Treue, seine Unbezahlbarkeit. Er konnte sich ein Leben ohne Allday nur sehr schwer vorstellen. Jetzt war er nicht mehr der ranke Toppmatrose von damals, den vor so vielen Jahren ein Preßkommando an Bord seiner geliebten Fregatte Phalarope gebracht hatte. Er war breiter, untersetzter geworden. Sein dichtes Haar hatte graue Strähnen bekommen, und sein gemütliches, gebräuntes Gesicht war durchgearbeitet wie altes Schiffsholz. Aber im Grunde war er der gleiche geblieben, und das erfüllte Bolitho unvermittelt mit Freude und Dankbarkeit.

«Ich frage ihn gleich, Allday.»

«Wachboot kommt, Sir«, unterbrach Keverne.

Bolitho fuhr herum und spähte über das glitzernde Wasser: da kam ein armierter Kutter schnell und zielstrebig auf den vor Anker liege n-den Dreidecker zu. Jetzt erst fiel es Bolitho auf, daß außer dem Kutter kein einziges Boot den Hafen verlassen hatte. Ein plötzliches Angstgefühl überkam ihn. Was stimmte da nicht? Irgendein furchtbares Fieber im Hafen? Es war bestimmt nicht so, daß man die Euryalus für einen Franzosen hielt. Dann hätte die Festungsbatterie schon von sich aus ihr Mißfallen kundgetan.

Er nahm ein Teleskop aus der Halterung und richtete es auf den Kutter. Die braunen Segel, ein paar verkniffene Matrosengesichter schwammen über die Linse. Aber in der Flicht saß ein Kapitän, dessen leerer Ärmel am Rock festgesteckt war, und blickte starr zur Euryalus herüber. Beim Anblick der Uniform mit dem leeren Ärmel durchfuhr Bolitho wiederum ein schmerzliches Gefühl. So hätte sein toter Vater ausgesehen, wenn er plötzlich wieder zum Leben erwacht wäre.



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