Bolitho blickte an ihm vorbei und sah Keverne mit einigen anderen Offizieren, die von der gegenüberliegenden Deckseite herüberstarrten. Sicher hatten sie gemerkt, daß etwas nicht stimmte. Wenn sie die Wahrheit wüßten. Brüsk wandte er ihnen den Rücken zu.

«Ich habe schon oft gedacht, daß es auf dem einen oder anderen Schiff einmal losbrechen würde. «Seine Stimme zitterte vor mühsam unterdrücktem Zorn.»Manche Politiker und Seeoffiziere denken, einfache Matrosen sind nicht viel besser als Ungeziefer, und dementsprechend behandelt man sie auch. «Starr sah er Rook in die Augen.»Aber daß eine ganze Flotte wie ein Mann meutert! Furchtbar!»

Rook schien sich etwas erleichtert zu fühlen, weil er seine schlimme Nachricht losgeworden war. Oder vielleicht hatte er halb und halb erwartet, die Euryalus in den Händen von Meuterern zu finden, die haarsträubende Forderungen stellten.

«Manche Leute fürchten«, sagte er,»daß das Schlimmste erst noch kommt. Auch bei der Nore

Meuterei! Bolitho blickte zu dem Admiral hinüber, der dort drüben im eifrigen Gespräch mit seinem Sekretär stand. Das wäre ein schlimmes Ende für seine Karriere. Bolitho wußte aus eigener böser Erfahrung, wieviel hitzige, sinnlose Wut bei einer Meuterei stets zum Ausbruch kam. Aber bisher hatte es sich immer nur um einzelne Schiffe gehandelt, wo Lebensbedingungen oder Klima, Entbehrungen oder schiere Brutalität des Kommandanten die Ursachen waren. Daß aber eine ganze Flotte explosionsartig gegen die Disziplin, gegen die Autorität ihrer Offiziere und damit gegen König und Parlament rebellierte, war etwas völlig anderes. Dahinter mußten Organisation und außerordentliche Geschicklichkeit stecken, und ein willensstarker, vorwärtsdrängender Kopf mußte an der Spitze stehen, sonst hatte ein solches Unternehmen keinerlei Aussicht auf Erfolg. Aber zweifellos hatte es Erfolg gehabt.



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