
Dann sah er auf die müßigen Rudergasten hinunter und knurrte:»Na, ihr faulen Hunde, laßt mal sehen, ob ihr dieses Boot heute noch in Fahrt kriegt!»
Der Schlagmann, ein abgehärteter Vollmatrose mit dickem rotem
Haar, sagte mit zusammengebissenen Zähnen:»Haste Angst, wir kriegen was von der Schweinerei zu hören?»
Allday sah ihn an, ohne eine Miene zu verziehen. Also wußten sie es schon. Er grinste.»Ein Wort ist wie Dung, Mann. Es muß breitgestreut werden, wenn's wirken soll. «Und etwas leiser:»Also liegt es an uns, daß das nicht geschieht — oder?»
Als er sich umschaute, war Bolitho bereits außer Sicht. Was mochte wohl zu Hause auf ihn warten?
II Der Besucher
Ein paar Minuten lang stand Bolitho reglos und starrte auf sein Haus. Er war absichtlich nicht durch die Stadt gegangen, sondern hatte den enggewundenen, angenehm ländlich duftenden, heckenumwachsenen Feldweg genommen. Nun stand er im hellen Sonnenschein und spürte, wie still es war, und wie hart das Land gegen seine Schuhsohlen drückte. Es war alles so anders als an Bord, es fehlten die ständigen Geräusche, die ständige Bewegung. Diese Erkenntnis überraschte und erfreute ihn sonst jedesmal. Diesmal allerdings war es nicht dasselbe. Mit halbem Ohr lauschte er auf das freundliche Summen der Bienen, das ferne Gebell eines Schäferhundes, der die Herde umkreiste; aber seine Augen ruhten auf dem Haus. Kantig und kompromißlos stand es vor dem Himmel und den sanften Hängen, die es umgaben und zur Landzunge hinunterführten.
Mit einem Seufzer schritt er weiter, seine Schuhe wirbelten Staub auf, und er blinzelte in die grelle Sonne. Als er das breite Tor in der Steinmauer durchschritten hatte, stockte er wieder — er hätte lieber nicht herkommen sollen, dachte er.
Doch als die Doppeltür oben an den Treppenstufen aufging und er Ferguson erblickte, seinen einarmigen Verwalter, und die beiden Dienstmädchen hinter ihm, die ihn begrüßen wollten, da war ihr Lächeln so aufrichtig erfreut, daß er für den Augenblick seine eigenen trüben Gedanken vergaß und gerührt war.
