
Der Deckoffizier zuckte zusammen, nickte aber.
Mit einem Blick in Alldays finsteres Gesicht sagte Bolitho:»Sie wollten Ruhe und ein Bier. Jetzt haben Sie beides. «Dann legte er ihm kurz die Hand auf die Schulter und konnte dabei den Zorn und die Gespanntheit des Mannes beinahe fühlen.»Es wird schon klargehen. «Er versuchte, seinen Worten etwas mehr Gewicht zu geben.»Wir kämpfen ja schließlich nicht gegen den Landesfeind.»
«Das werden wir sehen. «Der Mann namens Tom machte eine spöttische Verbeugung und öffnete die Tür.»Jetzt gehen Sie vor und verhalten sich anständig. Es macht mir gar nichts aus, wenn ich Sie auf der Stelle niederhauen muß!»
Ohne zu antworten, schritt Bolitho in die Dunkelheit hinaus. Sie hatten die ganze Nacht vor sich, aber bis zum Morgengrauen mußte noch viel getan werden, wenn es Hoffnung auf Erfolg geben sollte. Während er eilig den steilen Pfad hinunterstieg, dachte er wieder an das Strafbuch. Es war eigentlich überraschend, daß sich Männer, die solche Unmenschlichkeiten erduldet hatten, noch die Mühe machten, Gerechtigkeit zu suchen, und das durch Mittel, von denen sie kaum etwas verstanden. Noch überraschender war, daß die Meuterei nicht schon vor Monaten ausgebrochen war. Diese Erkenntnis machte ihm Mut, obwohl er wußte, daß sie nur eine unsichere Grundlage darstellte.
III Flaggengruß
«Boot ahoi!«Der Anruf schien aus dem Nirgendwo zu kommen. Ein Mann am Bug legte die Hände an den Mund und sang aus:»Die Delegierten!«Bolitho versteifte sich in der Ducht, als die vor Anker liegende Fregatte plötzlich aus der Dunkelheit herauswuchs, die leeren Rahen und die langsam kreisenden Masten sich schwarz gegen den Sternenschimmer abzeichneten. Während die Jolle längsseit ging, unterschied er die sorgfältig aufgeriggten Enternetze über dem Laufgang und eine Anzahl dunkler Gestalten, die sich um die Fallreepspforte drängten. Er fühlte sein Herz rasen und fragte sich, ob die wartenden Meuterer wohl ebenso gespannt waren wie er.
