
Eine Hand rüttelte ihn an der Schulter.»Hinauf mit Ihnen!»
Als er sich durch die Pforte schwang, wurde eine Laterne aufgeblendet; der gelbe Lichtstrahl spielte um seine Epauletten, und die Männer drängten sich neugierig heran.
«Also ist er gekommen«, sagte einer.
Dann Taylors Stimme, scharf und befehlend:»Macht Platz, Männer! Wir haben zu tun.»
Wortlos wartete Bolitho ab, bis die Delegierten der Deckswache ihre Instruktionen zugeflüstert hatten. Das Schiff schien unter Kontrolle zu sein; es gab keine Anzeichen von Streit oder Trunkenheit, wie es auch zu erwarten gewesen wäre. Zwei Geschütze waren ausgerannt, vermutlich mit gehacktem Blei geladen, für den Fall, daß ein mißtrauisches Patrouillenboot zu dicht herankam. Auf dem Achterdeck befand sich ein Deckoffizier als Befehlshaber der Wache, aber es waren weder Offiziere noch Marine — Infanteristen zu sehen. Der Mann, der Tom hieß, sagte scharf:»Wir gehen nach achtern, und Sie können den Käpt'n sprechen. «Was er dazu für ein Gesicht machte, konnte Bolitho nicht sehen.»Aber keine Tricks!«Bolitho ging nach achtern und duckte sich unter die Kampanjepforte. Obwohl er nacheinander zwei Linienschiffe kommandiert hatte, konnte er sich nicht an ihre beträchtliche Stehhöhe gewöhnen. Vielleicht hatte er sich in all dieser Zeit nach dem Schwung und der Unabhängigkeit eines Fregattenkapitäns gesehnt.
Zwei bewaffnete Matrosen sahen ihn kommen und nahmen nach kurzem Zögern Haltung an. Den Hauptdelegierten schien das zu amüsieren.»So ist's richtig, Jungs — Respekt, Respekt, wie sich's gehört — wie?«grinste er.
Damit riß er die Tür auf und ließ Bolitho den Vortritt. Die Kajüte, in der drei Laternen brannten, war ziemlich hell, aber die Läden vor den Heckfenstern waren geschlossen, und die Luft war stickig und feucht. Ein Matrose mit einer Muskete lehnte am Schott, und auf der Bank saß der Kommandant der Auriga.
