
Er war ziemlich jung, etwa sechsundzwanzig, schätzte Bolitho; die einzelne Epaulette auf der rechten Schulter zeigte, daß er noch nicht drei Kapitänsjahre hinter sich hatte. Seine Gesichtszüge waren scharf und feingeschnitten, aber die Augen saßen sehr nahe beieinander, so daß die Nase unproportioniert wirkte. Er starrte Bolitho sekundenlang an und sprang dann auf.
«Das ist Kapitän Bolitho«, sagte der Delegierte rasch und wartete dann, bis sich der Kommandant beruhigt hatte.»Er ist allein. Hat keine Armee Bullen
Bolitho nahm den Hut ab und legte ihn auf den Tisch.»Sie sind Captain Brice? Dann muß ich Ihnen gleich sagen, daß ich ohne jede andere Autorität als meine eigene hier bin.»
Wie ein Schock ging es über Brices Züge, aber dann fiel das Visier, und er wirkte wieder ruhig. Ruhig, aber wachsam wie ein wildes Tier.
«Meine Offiziere sind unter Bewachung«, erwiderte er,»und die Marine-Infanterie war noch nicht an Bord. Sie sollte direkt von Ply-mouth kommen. «Er schoß einen wütenden Blick auf den Delegierten ab.»Sonst würde Mister Gates hier ein anderes Lied singen, verdammt seien seine Augen!»
Ruhig erwiderte der Delegierte:»Lassen Sie das gefälligst, Sir. Wenn ich wollte, könnte ich Sie auf der Stelle an den Grätings
«Ich möchte Captain Brice allein sprechen«, unterbrach Bolitho.
Er wartete auf Widerspruch, aber der Delegierte sagte kühl:»Wie Sie wollen. Es nützt ja doch nichts, und das wissen Sie auch. «Lässig pfeifend verließ er zusammen mit dem bewaffneten Matrosen die Kajüte und schlug die Tür hinter sich zu.
Brice wollte sprechen, aber Bolitho sagte rasch:»Wir haben wenig Zeit, ich will mich also so kurz wie möglich fassen. Das ist eine ernste Sache, und wenn das Schiff tatsächlich dem Feind übergeben wird, kann kein Mensch sagen, was es für Konsequenzen hat. Ich könnte kaum etwas dagegen tun und habe diesen Männern auch nur sehr wenig anzubieten, was sie zum Nachgeben veranlassen könnte.»
