
Das Verhalten des Millionärs erfuhr eine plötzliche Änderung. Er beugte sich vor, und seine Stimme sank zu einem heiseren Geflüster herab.
»Ja. Ja. Ich möchte hören, was Sie zu sagen haben, was Sie denken ... Geh an die Spitze! Das ist meine Art! Nimm den besten Arzt, den besten Detektiv - die beiden zusammen müssen es schaffen.«
»Noch weiß ich nicht, Monsieur, worum es geht.«
»Natürlich nicht«, fauchte Farley. »Ich habe Ihnen ja noch nichts gesagt.«
Er beugte sich abermals vor und platzte mit einer unvermittelten Frage heraus.
»Was wissen Sie, Monsieur Poirot, von Träumen?«
Der kleine Mann, blickte erstaunt drein. Eine solche Frage hatte er auf keinen Fall erwartet.
»Dafür, Mr. Farley, möchte ich Ihnen Napoleons >Buch der Träume< oder den neuesten Psychologen aus der Harley Street empfehlen.«
Nüchtern erwiderte Farley: »Ich habe es mit beiden versucht.«
Nach einer kleinen Pause fuhr der Millionär fort, zunächst im Flüsterton und dann in einer immer heller werdenden Stimme.
»Es ist derselbe Traum, Nacht für Nacht. Und ich fürchte mich, ich sage Ihnen, ich fürchte mich. Es ist immer dasselbe. Ich bin nebenan in meinem Zimmer. Ich sitze am Schreibtisch und schreibe. Es ist eine Uhr vorhanden. Mein Blick fällt darauf, und ich sehe die Zeit: genau achtundzwanzig Minuten nach drei. Immer dieselbe Zeit, verstehen Sie. Und wenn ich die Zeit sehe, Monsieur Poirot, weiß ich, daß ich es tun muß. Ich will es nicht tun, ich verabscheue es, aber ich muß es tun .«
Seine Stimme war ganz schrill geworden.
Unbeirrt fragte Poirot: »Und was müssen Sie unbedingt tun?«
»Um achtundzwanzig Minuten nach drei«, erwiderte Benedict Farley heiser, »öffne ich die zweite Schublade von oben an der rechten Seite meines Schreibtisches, nehme den Revolver heraus, den ich dort liegen habe, lade ihn und trete ans Fenster. Und dann . und dann .«
