
»Sie wünschten mich zu konsultieren«, mahnte Poirot sanft.
»Ganz recht. Kaufe immer das Beste. Das ist mein Motto. Gehe zum Fachmann ohne Rücksicht auf die Kosten. Es ist Ihnen sicher aufgefallen, Monsieur Poirot, daß ich nicht nach Ihrem Honorar gefragt habe. Das werde ich auch nicht tun. Schicken Sie mir später die Rechnung - ich werde schon keinen Stunk machen. Diese Idioten in der Molkerei bildeten sich ein, mir zwei neun für Eier berechnen zu können, während der Marktpreis zwei sieben ist - diese Schwindlerbande! Ich lasse mich nicht beschwindeln. Aber mit dem Mann an der Spitze ist es anders. Er ist das Geld wert. Ich stehe selbst an der Spitze. Ich weiß Bescheid.«
Hercule Poirot erwiderte auch hierauf nichts. Er hörte aufmerksam zu, den Körper ein wenig zur Seite geneigt.
Hinter seiner unbeweglichen Fassade verbarg er eine gewisse Enttäuschung. Er konnte nicht genau sagen, worum es eigentlich ging. Soweit hatte sich Benedict Farley charaktergetreu aufgeführt - das heißt, er hatte der volkstümlichen Vorstellung entsprochen. Und doch war Poirot enttäuscht.
Dieser Mann, sagte er sich, ist ein Scharlatan, nichts weiter als ein Scharlatan!
Er hatte andere Millionäre gekannt, die auch exzentrisch waren. Aber in beinahe jedem Falle hatte er eine gewisse Kraft gespürt, eine innere Energie, die Achtung gebot. Wenn sie einen Flickenschlafrock getragen hätten, so hätten sie es getan, weil sie einen solchen Schlafrock gern trugen. Doch Benedict Farleys Schlafrock war in erster Linie - so schien es Poirot jedenfalls - ein Bühnenrequisit. Und der Mann selbst war im wesentlichen theatralisch. Jedes Wort, das er äußerte, war die reinste Effekthascherei; davon war Poirot überzeugt.
Er wiederholte nochmals kühl: »Sie wünschten mich zu konsultieren, Mr. Farley.«
