»Wer quält sich denn?«

»Ich dachte, Sie.«

»Aber keine Spur«, meinte Evans heiter.

»Die Geschichte ist vorbei und zu Ende«, faßte Kapitän Haydock zusammen. »Wenn Mrs. Merrowdene in ihrem Leben einmal das Unglück hatte, wegen Mordes vor Gericht gestellt und freigesprochen zu werden -«

»Normalerweise betrachtet man es nicht als Unglück, wenn man freigesprochen wird«, unterbrach Evans.

»Sie verstehen schon, wie ich es meine«, entgegnete Haydock unwillig. »Wenn die arme Frau eine so schreckliche Geschichte durchmachen mußte, kommt es uns nicht zu, sie wieder aufzurollen, nicht wahr?«

Evans schwieg.

»Aber Evans, die Frau war unschuldig. Sie haben es eben selbst gesagt.«

»Ich sagte nicht, sie war unschuldig. Ich sagte, sie wurde freigesprochen.«

»Das ist doch dasselbe.«

»Nicht immer.«

Haydock hatte gerade begonnen, seine Pfeife am Stuhl auszuklopfen. Er unterbrach seine Tätigkeit und setzte sich

5 mit einem Ruck auf.

»Hallo, hallo«, rief er. »Also daher weht der Wind. Sie glauben, daß sie nicht unschuldig war?«

»Das möchte ich nicht sagen. Ich ... nun, ich weiß es nicht. Anthony hatte die Gewohnheit, Arsen zu nehmen. Seine Frau besorgte es für ihn. Eines Tages, durch ein Versehen, nahm er zuviel. War es sein Fehler oder der seiner Frau? Niemand konnte es sagen, und die Geschworenen entschieden zu ihren Gunsten. Das ist völlig richtig, und ich finde keinen Fehler darin. Trotz alledem - ich würde es gern genau wissen.«

Kapitän Haydock beschäftigte sich wieder mit seiner Pfeife. »Nun«, meinte er behaglich, »das geht uns nichts an.«

»Da bin ich mir nicht so sicher.«

»Aber gewiß -«

»Hören Sie mir einen Augenblick zu«, bat Evans. »Sie erinnern sich, wie Mr. Merrowdene neulich abends in seinem Laboratorium herumexperimentierte -«



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