»Aber gewiß. Kommen Sie mit ins Nebenzimmer.«

Während er den Schlafrock enger um sich zog, erhob sich der alte Mann halbwegs aus seinem Sessel, ließ sich dann aber wieder zurücksinken, als sei ihm plötzlich etwas eingefallen.

»Nein«, erklärte er. »Es gibt dort nichts zu sehen. Ich habe Ihnen alles eingehend geschildert.«

»Aber ich möchte mich gern selbst überzeugen.«

»Durchaus nicht notwendig«, sagte Farley schroff. »Sie haben mir Ihre Ansicht gesagt. Damit ist der Fall erledigt.«

Poirot zuckte die Achseln. »Wie Sie wünschen.« Er stand auf. »Ich bedaure sehr, Mr. Farley, daß ich Ihnen nicht helfen konnte.«

Benedict Farley starrte unverwandt geradeaus.

»Bin kein Freund von vielem Hokuspokus«, knurrte er. »Ich habe Sie über die Tatsachen unterrichtet, und Sie können nichts damit anfangen. Damit ist die Angelegenheit zu Ende. Sie können mir eine Rechnung über das Konsultationshonorar schicken.«

»Das werde ich nicht versäumen«, erwiderte der Detektiv trocken und schritt zur Tür.

»Einen Augenblick!« rief der Millionär hinter ihm her. »Der Brief - ich möchte ihn gern haben.«

»Der Brief von Ihrem Sekretär?«

»Ja.«

Poirot machte ein erstauntes Gesicht. Er fuhr mit der Hand in die Tasche, zog einen zusammengefalteten Bogen heraus und reichte ihn dem alten Herrn, der einen prüfenden Blick darauf warf und ihn dann kopfnickend neben sich auf den Tisch legte.

Wiederum ging Hercule Poirot auf die Tür zu. Er war ziemlich verdutzt, seine rastlosen Gedanken kreisten um das, was er soeben gehört hatte. Doch mitten in seine Überlegungen hinein drängte sich ein nagendes Gefühl, daß irgend etwas nicht in Ordnung sei. Und dieses Etwas bezog sich auf ihn selbst - nicht auf Benedict Farley.

Als seine Hand schon auf dem Türgriff lag, klärten sich seine Gedanken. Ihm, Hercule Poirot, war ein Versehen unterlaufen! Er machte noch einmal kehrt.



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