
Paul winkte wegwerfend mit der Hand und wandte sich seiner Tochter zu.
«Karin, teile auch deiner Mutter mit, was du mir eröffnet hast.«
Karin leistete dieser Aufforderung Folge. Sie erzielte damit eine vorübergehende Herabminderung des Interesses ihrer Mutter an Weltliteratur und eine Hinwendung zu familiären Angelegenheiten.
Mimmi sagte zu ihrer Tochter:»Das darfst du nicht, Karin.«
«Doch, Mutti.«
Daraufhin sagte Mimmi zu ihrem Mann:»Das mußt du ihr verbieten, Paul.«
«Hörst du«, wurde Karin von ihrem Vater gefragt,»was deine Mutter von mir verlangt?«
«Ja.«
«Du weißt also, daß du nicht an die Nordsee fährst, sondern nach Kärnten.«
«Einverstanden«, nickte Karin zur Überraschung ihrer Eltern.
Die beiden lächelten erlöst, doch sie taten das zu früh. Das Lächeln verschwand wieder aus ihren Zügen, als Karin hinzusetzte:»Wir tauschen. Ich fahre nach Kärnten und ihr an die Nordsee.«
Damit war endgültig klar, worauf es ihr ankam. Wichtig war ihr nicht Salz- oder Süßwasser, das Meer oder die Alpen — wichtig war die Abnabelung von den Eltern.
Wie dieses Ringen am Frühstückstisch endete, wird jedem Leser klar sein — mit dem Sieg Karins. Wer die heutige Jugend kennt, weiß, daß Paul und Mimmi Fabrici auf verlorenem Posten standen. Die Kapitulation der Eltern wurde deutlich, als Paul sagte:»Weißt du, was zu meiner Zeit passiert wäre, Karin, wenn ich als Sohn meinem Vater mit einer solchen Idee gekommen wäre? Und erst als Tochter! Weißt du, was da passiert wäre?«
«Woher soll ich das wissen, Vati? Opa hatte ja gar keine Tochter.«
«Das spielt keine Rolle. Du weißt genau, was ich sagen will.«
«Ja — daß bei euch alles ganz anders war.«
«War es auch!«
«Und daß wir schon noch sehen werden, wo wir hinkommen.«
