Und eines Tages fand Kelly ihren ureigenen verzauberten Kaninchenbau. Sie stellte fest, dass sie sich kraft ihrer Fantasie an jeden Ort versetzen konnte, zu dem sie hinwollte. Und sie schrieb ihre eigene Lebensgeschichte neu ...

Sie hatte einen Vater, und ihre Mutter und ihr Vater hatten die gleiche Hautfarbe. Sie wurden nie wütend, brüllten sie niemals an. Sie wohnten alle drei in einem wunderschönen Haus. Ihre Mutter und ihr Vater liebten sie. Ihre Mutter und ihr Vater liebten sie. Ihre Mutter und ihr Vater liebten sie ...

Als Kelly vierzehn war, heiratete ihre Mutter einen der Gäste, einen Barkeeper namens Dan Berke - einen missmutigen Mann mittleren Alters, der an allem etwas auszusetzen hatte. Kelly konnte ihm nichts recht machen.

»Das Essen ist miserabel .«

»Das Kleid steht dir nicht .«

»Die Jalousie im Schlafzimmer ist immer noch kaputt. Ich habe dir doch gesagt, du sollst sie reparieren .«

»Du hast die Badezimmer immer noch nicht geputzt .«

Kellys Stiefvater trank zu viel. Die Wand zwischen Kellys Kammer und dem Schlafzimmer ihrer Mutter und ihres Stiefvaters war dünn, und Nacht für Nacht hörte Kelly Schläge und Schreie. Morgens hatte Ethel dicke Schminke aufgetragen, die aber die Blutergüsse und blauen Augen nicht überdecken konnte.

Kelly war zutiefst niedergeschlagen. Wir müssen von hier weg, dachte sie. Meine Mutter und ich lieben uns doch.

Eines Nachts, als Kelly schon halb eingeschlafen war, hörte sie laute Stimmen aus dem Nebenzimmer. »Warum bist du den Balg nicht losgeworden, bevor er zur Welt gekommen ist?«

»Ich hab’s ja versucht. Es hat nicht geklappt.«

Kelly hatte das Gefühl, als hätte ihr jemand in den Leib getreten. Ihre Mutter hatte sie niemals haben wollen. Keiner wollte sie.



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