Die Frau, mit der er sprach, war eine Frau von zwanzig bis zweiundzwanzig Jahren, deren Kopf in den Kutschenschlag eingerahmt schien. Wir haben bereits erwähnt, mit welcher Raschheit d'Artagnan eine Physiognomie aufzufassen wußte; er sah also auf den ersten Blick, daß die Frau jung und hübsch war. Diese Schönheit fiel ihm um so mehr auf, als sie eine in den südlichen Gegenden, welche d'Artagnan bis jetzt bewohnt hatte, ganz fremde Erscheinung war. Es war eine Blondine mit langen, auf die Schultern herabfallenden Locken, großen, schmachtenden, blauen Augen, rosigen Lippen und Alabasterhänden; sie sprach sehr lebhaft mit dem Unbekannten.

«Also befiehlt mir Seine Eminenz…«sagte die Dame. — »Sogleich nach England zurückzukehren und sie zu benachrichtigen, ob der Herzog London verlassen hat.«—»Und was meine übrigen Instruktionen betrifft?…«fragte die schöne Reisende. — »Sie sind in dieser Kapsel enthalten, welche Ihr erst jenseits des Kanals öffnen dürfet.«—»Sehr wohl; und Ihr, was macht Ihr?«—»Ich kehre nach Paris zurück.«

«Ohne das freche Bürschchen zu züchtigen?«fragte die Dame.

Der Unbekannte war im Begriff zu antworten, aber in dem Augenblick, wo er den Mund öffnete, sprang d'Artagnan, der alles gehört hatte, auf die Thürschwelle.

«Das freche Bürschchen züchtigt andere, «rief er,»und ich hoffe, daß derjenige, welchen er zu züchtigen hat, ihm diesmal nicht entkommen wird, wie das erstemal.«

«Nicht entkommen wird?«entgegnete der Unbekannte, die Stirne faltend.

«Nein, vor einer Dame, denke ich, werdet Ihr nicht zu fliehen wagen.«

«Bedenkt, «rief Mylady, als sie sah, daß der Edelmann die Hand an den Degen legte,»bedenkt, daß die geringste Zögerung Alles verderben kann.«



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