
«Ihr habt Recht, «rief der Edelmann,»reist also Eurerseits, ich thue desgleichen.«
Und indem er der Dame mit dem Kopf zunickte, sprang er zu Pferde, während der Kutscher der Karosse sein Gespann kräftig mit der Peitsche antrieb. Die zwei Sprechenden entfernten sich also im Galopp, jedes in einer entgegengesetzten Richtung der Straße.
«Heda! Eure Rechnung, «schrie der Wirth, dessen Ergebenheit für den Reisenden sich in tiefe Verachtung verwandelte, als er sah, daß er abging, ohne seine Zeche zu bezahlen.
«Bezahle, Schlingel, «rief der Reisende stets galoppierend seinem Bedienten zu, der dem Wirth ein Paar Geldstücke vor die Füße warf und dann eiligst seinem Herrn nachgaloppierte.
«Ha, Feigling, ha, Elender, ha, falscher Edelmann!«rief d'Artagnan und lief dem Bedienten nach.
Aber der Verwundete war noch zu schwach, um eine solche Erschütterung auszuhalten. Kaum hatte er zehn Schritte gemacht, so klangen ihm die Ohren, er sah nichts mehr, eine Blutwolke zog über seine Augen hin und er stürzte unter dem beständigen Geschrei:»Feigling! Feigling! Feigling!«auf die Straße nieder.
«Er ist in der That sehr feig!«murmelte der Wirth, indem er sich d'Artagnan näherte und sich durch diese Schmeichelei mit dem armen Jungen zu versöhnen suchte, wie der Held in der Fabel mit seiner Schnecke.
«Ja, sehr feig, «sagte d'Artagnan mit schwacher Stimme,»aber sie ist sehr schön.«
«Wer sie?«fragte der Wirth.
«Mylady, «stammelte d'Artagnan und fiel zum zweiten Mal in Ohnmacht.
«Gleich viel, «sprach der Wirth,»es bleibt mir doch dieser da, den ich sicherlich einige Tage behalten werde. Da lassen sich immerhin elf Thaler verdienen.«
Man weiß bereits, daß sich der Inhalt von d'Artagnans Börse gerade auf elf Thaler belief.
Der Wirth hatte auf elf Tage Krankheit den Tag zu einem Thaler gerechnet; aber er hatte die Rechnung ohne seinen Reisenden gemacht.
