
Dulaq zuckte die Achseln. Er war ein rundlicher Mann mit einem Vollmondgesicht und hängenden Schultern. Es wartete Arbeit auf ihn, die getan werden mußte. Unangenehme Arbeit für einen zivilisierten Menschen, aber die Zukunft des Acquataine Clusters und das Bündnis mit den Nachbarsystemen konnte sehr wohl vom Ausgang dieses elektronisch erzeugten Traums abhängen.
Er drehte sich um und ging die Hochpromenade hinunter, wobei er darüber staunte, wie fest und wirklich ihm bei jedem Schritt der Straßenbelag unter seinen Füßen vorkam. Kinder stürmten vorüber und liefen zum Schaufenster eines Spielwarengeschäfts. Geschäftsleute schritten zielbewußt dahin, fanden aber noch genügend Zeit, die vorüberbummelnden Mädchen wohlgefällig zu mustern.
Ich muß eine erstaunliche Phantasie besitzen. Dulaq lächelte heimlich.
Dann dachte er an Odal, den blonden, eiskalten Profi, mit dem er sich messen mußte. Odal war ein Experte in allen Waffengattungen, kraftstrotzend und voll kühler Präzision, ein unbarmherziges Werkzeug in den Händen eines skrupellosen Politikers. Aber wäre er auch ein Experte mit dem Stat-Strahler, einer Waffe, die er direkt vor Beginn des Duells zum allerersten Mal gesehen hatte? Und wie vertraut konnte er mit der Metropole sein, nachdem er den größten Teil seines Lebens in den Militärlagern der trostlosen Planeten von Kerak zugebracht hatte, sechzig Lichtjahre von Acquatainia entfernt?
Nein, Odal würde hilf- und ratlos sein in dieser Situation. Er würde sich in der Menschenmenge zu verstecken suchen. Dulaq brauchte ihn lediglich aufzuspüren.
Die Bedingungen des Duells beschränkten die beiden Männer auf die Fußgängerzone des Geschäftsviertels. Dulaq kannte diese Gegend wie seine Tunikatasche, und methodisch begann er zwischen den Menschentrauben nach dem großen, blonden, blauäugigen Odal zu suchen.
