Und er sah ihn! Schon nach einem kurzen Streifzug über die Hauptpromenade entdeckte er seinen Gegner unter sich auf einem rechtwinklig kreuzenden Weg, wo er gemächlich dahinschlenderte. Dulaq eilte die Rampe hinab, drängte sich durch die Menge und erblickte erneut den Mann, groß, blond, unverkennbar Odal. Ruhig und unauffällig heftete sich ihm Dulaq an die Fersen. Kein Drängeln. Kein Schieben. Er hatte Zeit. Eine Viertelstunde lang gingen sie so die Straße entlang, wobei der Abstand zwischen ihnen von fünfzig Metern auf fünf Meter zusammenschrumpfte.

Schließlich war Dulaq direkt hinter ihm, eine Armlänge entfernt. Er packte den Stat-Strahler und zog ihn aus der Tunika. Mit einer raschen Bewegung drückte er ihn dem Mann gegen den Hinterkopf und legte den Daumen auf den Knopf, der einen tödlichen Energiestrahl auslösen würde.

Der Mann drehte sich plötzlich um. Es war nicht Odal!

Verdutzt schrak Dulaq zurück. Unmöglich. Er hatte sein Gesicht gesehen. Es war Odal gewesen… und doch war dieser Mann ein Unbekannter. Dulaq spürte den Blick des anderen, während er sich umdrehte und hastig davonlief.

Eine Verwechslung, sagte er sich. Du warst übereifrig und voreilig. Ein Glück, daß dies nur eine Halluzination ist, sonst hätte dich die Robotpolizei jetzt schon am Wickel.

Und doch… er war so felsenfest überzeugt gewesen, daß es sich um Odal handelte. Ein kalter Schauder überlief ihn. Er blickte auf, und dort stand sein Widersacher, auf der Promenade über ihm, an genau der gleichen Stelle, wo er selbst noch vor ein paar Minuten gestanden hatte. Ihre Blicke trafen sich, und Odals Lippen verzogen sich zu einem kalten Lächeln.

Dulaq eilte die Rampe hinauf. Als er die zweite Ebene erreichte, war Odal verschwunden. Weit kann er nicht gekommen sein.

Langsam, aber unaufhaltsam zerbröckelte Dulaqs Halluzination und verwandelte sich in einen Alptraum. Er entdeckte Odals Gesicht in der Menge, nur um es sofort wieder aus den Augen zu verlieren. Erneut machte er seinen Mann aus, aber wenn er näher kam, war es ein weiterer Unbekannter. Immer wieder spürte er die kalten blauen Augen des Duellanten auf sich ruhen, doch wenn er sich umdrehte, sah er nichts außer der anonymen Menschenmenge.



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