Zwei andere Reisen - 1613 und 1615 - führen Champlain bis in die fast unbekannten Gebiete des Westens an die Ufer des Huronsees. Dann verläßt er Amerika und kehrt noch ein drittes Mal nach Canada zurück. Nachdem er mit Händen und Füßen gegen viele Intriguen angekämpft, erhält er 1620 den Titel eines Gouverneurs von Neu-Frankreich.

Unter diesem Namen tritt nun eine Gesellschaft zusammen, deren Statut von Ludwig XIII. 1628 genehmigt wird. Diese Gesellschaft verpflichtet sich, in einem Zeitraume von fünf Jahren viertausend katholische Franzosen nach Canada überzuführen. Von einigen über den Ocean entsendeten Schiffen fallen die ersten den Engländern in die Hände, welche durch das Thal des St. Lorenzo vordringen und Champlain zur Ergebung auffordern. Der muthige Seemann schlägt das ab, muß aber aus Mangel an Unterstützung und Hilfsquellen bald darauf eine - übrigens ganz ehrenvolle - Capitulation abschließen, welche Quebec in die Gewalt der Engländer bringt. Im Jahre 1632 segelt Champlain mit drei Schiffen von Dieppe ab und erobert wieder Canada, das Frankreich durch den Vertrag vom 13. Juli desselben Jahres zurückgegeben wird; er legt den Grund zu neuen Städten, errichtet das erste canadische Colleg unter Leitung der Jesuiten und stirbt am Weihnachtstage 1635 in dem Lande, welches er durch Willenskraft und Kühnheit erworben hat.

Eine Zeit lang entwickeln sich nun erfreuliche Handelsverbindungen zwischen den französischen Colonisten und denen von Neu-England. Die Ersteren haben jedoch gegen die durch ihre Anzahl gefährlichen Irokesen zu kämpfen, denen eine europäische Bevölkerung von nur zweitausend Seelen gegenübersteht. Die Gesellschaft, deren Verhältnisse eine mißliche Wendung nehmen, wendet sich deshalb selbst an Colbert, der den Marquis de Tracy an der Spitze eines Geschwaders sendet. Die zurückgeworfenen Irokesen gehen doch bald wieder zum Angriff über, da sie sich der Unterstützung der Engländer sicher wissen, und in der Umgegend von Montreal kommt es zu einem entsetzlichen Gemetzel.



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