Auf dem Weg zur Haltestelle der Postkutsche hatten ihm die Landarbeiter, an denen er vorbeikam, grüßend zugenickt. Aber zu wundern schienen sie sich nicht. Seit vielen, vielen Jahren ging immer wieder ein Bolitho aus dem Haus und an Bord dieses oder jenes Schiffes. Und mancher war nie zurückgekehrt.

Jetzt fing das alles für Richard Bolitho zum zweitenmal an. Er hatte sich geschworen, daß er gewisse Fehler nicht mehr machen würde, daß er gewisse Dinge, die er gelernt hatte und die wichtiger waren als alles andere, nie vergessen würde. Ein Midshipman war weder Fisch noch Fleisch. Er stand zwischen den Leutnants und dem eigentlichen Rückgrat der Besatzung, den Deckoffizieren.

Wenn die Landratten ein Schiff des Königs sahen, das von der Küste ablegte, alle Rahen frisch getakelt und von Matrosen wimmelnd, wenn sie das Krachen der Salutgeschütze hörten, dazu die lustigen Stimmen der Männer am Ankerspill, die einen alterprobten Shanty sangen, dann hatten sie keine Ahnung von jener anderen Welt tief unten im Schiffsraum. Und das war wahrscheinlich auch ganz gut so.

«Ist der Platz frei?»

Bolitho fuhr aus seinen Gedanken auf und blickte hoch. Ein Midshipman, blond und blauäugig, lächelte ihn an.

«Martyn Dancer«, fuhr der Neuankömmling fort.»Ich gehe an Bord der Gorgon. Der Wirt sagt, Sie sind vom selben Schiff.»

Bolitho stellte sich vor und rutschte auf der Bank ein Stück weiter, um Dancer Platz zu machen.

«Doch nicht Ihr erstes Schiff?»

Dancer lächelte trübe.»Beinahe. Ich war auf dem Flaggschiff, bis es ins Dock mußte. Meine Seedienstzeit beläuft sich auf drei Monate und zwei Tage. «Er bemerkte Bolithos über-raschte Miene.»Ich habe spät angefangen. Mein Vater wollte mich nicht zur See gehen lassen. «Er zuckte die Achseln.»Aber schließlich habe ich doch meinen Willen durch-gesetzt.»



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