»Du solltest dich schämen, Vi«, tadelte Ol scheinbar vorwurfsvoll. »Unsere Gäste müssen ja annehmen, du hättest das Vergnügen mit so einem Gespenstersessel zum ersten Mal.«

Das Wort vom Gespenstersessel erschreckte seine Frau erneut, so daß sie, wie von der Tarantel gestochen, wieder aufsprang. Doch die Schwerkraft siegte über ihre wackligen Knie, und sie sank in die weichen Polster zurück.

»Wenn sie sich doch mal zu erkennen geben würden!« rief Vi aus.

»Oder mit uns reden wollten!« sagte Ol.

Bei diesen letzten Worten hatten beide den Eindruck, daß jemand im Zimmer seufzte. Aber nein, es waren einfach die Sesselfedern gewesen.

DIE GESPENSTER STELLEN SICH VOR

Dennoch sollte der Wunsch von Vi und Ol kurz darauf in Erfüllung gehen. Die Tür des Kinderzimmers öffnete sich – und eine ganze Abordnung der größten Puppen und sonstigen Gestalten kam gelaufen, gekrochen oder sogar geflogen!

Zuerst erschien, den Hut verwegen auf dem Kopf, der bereits erwähnte Scheuch aus dem Erdenzauberland. Er kam so stolz daher wie seinerzeit, als er mit dem Mädchen Elli aus Kansas, mit dem Eisernen Holzfäller und dem Tapferen Löwen in die Smaragdenstadt eingezogen war und sie später gegen die Holzsoldaten des bösen Urfin verteidigt hatte. Mit seinen blauen Augen im runden Strohgesicht schaute er Vi und Ol freundlich an. Erschrockener waren sie deshalb eigentlich über einen riesigen Kraken, der ihm folgte und seine Fangarme kreisförmig über den Boden gleiten ließ. Dabei gab es ein Geräusch, als würden die Schaufelräder eines alten Dampfers durchs Wasser scharren.

Vi, die nicht wissen konnte, daß es sich um den Doppelgänger Prims aus dem Elmenland handelte, saß da, wie zur Salzsäule erstarrt.

Auch der nächste Besucher flößte einigen Respekt ein. Es war ein Drache, dessen langgestreckter Körper auf kräftigen Beinen ruhte. Die gewaltigen Flügel waren gewiß nicht für die Wohnung gedacht, weshalb auch sofort eine hübsche Kristallvase daran glauben mußte.



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