»Die beiden haben sich offenbar jede Menge zu sagen, findest du nicht? Der Stoff, mit dem sie bezogen sind, ist derselbe. Bestimmt stammen sie aus einer Garnitur.«

Obwohl Ol ganz leise gesprochen hatte, schienen die Sitzgelegenheiten seine Worte zu hören, denn sie hielten mitten im Satz inne.

Nun betrat Ol entschlossen das Zimmer, zog Vi fast gewaltsam hinter sich her.

»Ich hoffe, wir stören Sie nicht allzu sehr?« wandte er sich höflich an Stuhl und Sessel. »Falls Sie sich aber allein weiter unterhalten wollen, können wir auch solange nach oben ins Schlafzimmer gehen.«

Die beiden Möbel schwiegen.

»Nicht? Dann dürften Sie kaum etwas dagegen haben, wenn wir hier unten Platz nehmen.« Ol steuerte seinen geliebten Sessel an.

»Warte doch, Ol«, sagte Vi flehend, »wir wollen uns lieber nicht da reinsetzen. Ich… ich habe Angst. Ich glaube beinahe, sie sind… nun ja, lebendig.«

»Unsinn!« widersprach Ol. »Das fehlte noch, daß wir vor unseren eigenen Stühlen Angst haben! Weißt du, was ich denke? Bis wir ins Zimmer kamen, haben einfach andere Leute drauf gesessen, die wir aus irgendeinem Grund nicht sehen konnten. Und nun haben sie den Platz für uns frei gemacht.«

Stuhl und Sessel knarrten zustimmend. Sie glitten eifrig auf sie zu und boten ihnen ihre weichen Polster an.

Vi wich ein Stück zurück. Sie stolperte und wäre um ein Haar hingefallen. Doch der Sessel veränderte blitzschnell seinen Standort und fing sie mit seiner Sitzfläche auf.

Ol nahm mit dem Stuhl vorlieb.

»Na, das nenn ich Komfort!« Er wandte sich seiner Frau zu und streckte behaglich die Beine aus.

Vi dagegen fühlte sich wie auf einem glühenden Rost. Sie krallte krampfhaft die Finger in die Armlehnen und saß auf der vordersten Kante, bemüht, so wenig wie möglich mit dem Sessel in Berührung zu kommen. Dabei stöhnte sie leise.



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