
Arhas Beschützer und Diener watschelte langsam an der inneren Seite der Mauer entlang. Ab und zu hielt er an, zupfte eine wilde Zwiebel aus dem Boden und tat sie zu dem schlaffen Bündel, das er in der Hand hielt. Er ließ seine kleinen, braunen, glanzlosen Augen umherwandern. Mit den Jahren war er noch dicker geworden, und seine unbehaarte, gelbe Haut glänzte in der Sonne.
»Rutsch auf der Männerseite halb herunter!« zischte Arha, und beide glitten so behende wie Eidechsen auf der anderen Seite der Mauer hinunter, bis sie von der Innenseite nicht mehr sichtbar waren. Sie hörten Manans langsame Schritte näherkommen.
»Kuckuck, Kartoffelkopf!« höhnte Arha leise, nicht viel lauter als der Wind, der durch das Gras strich.
Der schwere Schritt kam zum Stillstand. »Hallo, ist da jemand?« hörte man eine unsichere Stimme. »Kleines, bist du es? Arha?«
Alles blieb stumm.
Manan setzte sich wieder in Bewegung.
»Kuckuck! Kartoffelkopf!«
»Ha, Kartoffelbauch!« ahmte Penthe flüsternd nach und zog die Luft ein, um ihr Kichern zu unterdrücken.
»Ist jemand da?«
Alles blieb stumm.
»Na ja, ist schon gut«, seufzte der Eunuch, und er watschelte weiter. Als er hinter dem Hügel verschwunden war, kletterten die Mädchen wieder hinauf auf die Mauer. Penthes Gesicht war gerötet von der Anstrengung und vom Kichern, doch Arhas Augen loderten.
»Der blöde alte Hammel, überallhin trottet er mir nach!«
»Das muß er tun«, sagte Penthe verständnisvoll. »Dazu ist er da, er muß für dich sorgen, das ist seine Arbeit.«
»Diejenigen, denen ich diene, sorgen für mich. Ihnen stehe ich zu Diensten und sonst niemand. Die alten Weiber und die halben Männer sollten mich in Ruhe lassen. Ich bin die Eine Priesterin!«
