
»Natürlich«, meinte er, »habe ich keinerlei Beweise in Händen, und Sie, wie auch andere, werden nun sagen, all diese hätte sich nur in meiner Phantasie zugetragen.«
»Im Gegenteil«, wandte Poirot ruhig ein, »wir haben allen Grund, Ihren Ausführungen Glauben zu schenken. Wir sind selbst daran interessiert, alles über Li Chang Yen zu erfahren.«
»Sehr seltsam, daß Sie überhaupt von seiner Existenz wissen; ich bildete mir immer ein, daß außer mir keine Seele in England je etwas über ihn gehört hätte. Ich möchte zu gerne wissen, wie Sie darauf kamen, etwas über ihn erfahren zu wollen - wenn es nicht indiskret von mir ist.«
»Nicht im geringsten, Monsieur. Ein Mann suchte Zuflucht bei mir. Er litt unter starken Schockeinwirkungen, konnte uns jedoch gerade noch so viel berichten, um unser Interesse an Li Chang Yen zu wecken. Er sprach von vier Leuten, den Großen Vier, einer Organisation, von der wir uns keine Vorstellung machen können. Nummer eins sei Li Chang Yen, Nummer zwei ein unbekannter Amerikaner, Nummer drei eine gleichfalls unbekannte Französin, Nummer vier, wenn man ihn so bezeichnen darf, das ausführende Glied der Organisation - >der Zerstören. Der Mann, der mir diese Informationen gab, ist tot. Sagen Sie, Monsieur, sind Sie einmal auf die Bezeichnung >die Großen Vier< gestoßen?«
»Nicht in Verbindung mit Li Chang Yen. Darüber ist mir nichts bekannt, aber gelesen habe ich davon, und zwar unlängst, in einer ebenso ungewöhnlichen Verbindung. Ah, jetzt erinnere ich mich!«
Er erhob sich und ging zu einem lackierten Schränkchen, einem seltenen und kostbaren Möbelstück, und kam mit einem Brief in der Hand zurück. »Hier habe ich ihn. Ein Brief von einem alten Seemann, mit dem ich einst in Schanghai zusammengetroffen bin, einem alten, eisgrauen Globetrotter, unheilbar dem Trunke ergeben. Ich habe die Mitteilung nicht ernst genommen, dachte, dies sei ja nur das leere Gerede eines Alkoholikers.« Laut las er nun folgendes vor :
