
»Und Li Chang Yen?« forschte Poirot. »Alle Ermittlungen in dieser Richtung waren natürlich ergebnislos, aber es gab doch sicher Anhaltspunkte?« Mr. Ingles zuckte die Achseln. »Oh, Anhaltspunkte - ja sicherlich. Ich habe einmal einen Chemiker getroffen, der mir etwas mitteilen wollte, einen intelligenten jungen Chinesen, der von Li Chang Yen protegiert wurde. Eines Tages kam dieser junge Chemiker zu mir, und ich war überzeugt, daß er am Rande eines Nervenzusammenbruchs stand. Er sprach im Vertrauen von Experimenten an Kulis, bei welchen in ekelerregender Geringschätzung von Leib und Leben Operationen durchgeführt wurden. Seine Nerven waren völlig zerrüttet, und er litt an Angstzuständen. Ich bettete ihn in das Giebelzimmer meines Hauses, in der Absicht, am nächsten Tage mehr aus ihm herauszuholen - und dies erwies sich als sehr unklug.«
»Wie haben sie ihn umgebracht?« wollte Poirot wissen. »Das werde ich wohl nie erfahren. Als ich in der Nacht erwachte, stand mein Haus in Flammen, und dank einem guten Stern konnte ich noch das nackte Leben retten. Spätere Nachforschungen ergaben, daß ein Feuer von erstaunlicher Intensität in dem Giebelzimmer ausgebrochen war, und man fand die Überreste meines jungen Freundes zu Asche verkohlt.«
Ich konnte aus der Ernsthaftigkeit, mit der Mr. Ingles gesprochen hatte, ersehen, daß es ihm richtig gutgetan hatte, sich einmal alles vom Herzen zu reden, und auch er wurde sich dessen bewußt, denn er lächelte verlegen.
