
Als wir bejahten, wies der Alte auf ein kleines graues Haus am Ende der Straße.
»Das dort ist der Bungalow. Wollen Sie den Inspektor sprechen?«
»Welchen Inspektor?« fragte Poirot kurz. »Was meinen Sie damit?«
»Haben Sie denn nichts von der Bluttat gehört? Es soll furchtbar gewesen sein, man spricht von Strömen von Blut.«
»Mon Dieu!« murmelte Poirot. »Wir müssen unverzüglich diesen Inspektor sprechen.«
Kurz darauf lernten wir Inspektor Meadows kennen. Er verhielt sich zuerst ziemlich abweisend, doch als Poirot sich auf Inspektor Japp von Scotland Yard bezog, wurde er zugänglicher.
»Ja, mein Herr, heute morgen wurde der Mord entdeckt. Eine bestialische Tat. Man verständigte die Polizei in Moreton, und ich fuhr sogleich hierher. Zuerst sah die Sache sehr geheimnisvoll aus. Der alte Herr war ungefähr siebzig und liebte einen guten Tropfen. Er lag am Boden seines Wohnzimmers, hatte eine Beule am Kopf, und seine Kehle war von einem Ohr zum anderen durchgeschnitten. Überall floß Blut, wie Sie sich wohl denken können. Die Frau, welche für ihn kochte, Betsy Andrews, sagte aus, daß ihr Herr im Besitze mehrerer kleiner Jadefiguren war, von denen er behauptete, daß sie sehr wertvoll seien, und diese waren verschwunden. Es sah also nach Raubmord aus, und doch hatten wir Bedenken. Außer Mrs. Andrews, die aus Hoppaton stammt, hatte Mr. Whalley noch einen Diener, einen groben, unzugänglichen Kerl namens Robert Grant. Dieser war eben zu einem benachbarten Bauernhof gegangen, wie jeden Tag, um Milch zu holen, während Betsy gerade vor dem Hause mit einer Nachbarin plauderte. Sie war nicht länger als zwanzig Minuten draußen - zwischen zehn Uhr und zehn Uhr zwanzig, und in dieser Zeit muß das Verbrechen geschehen sein. Grant kam als erster zum Haus zurück. Er ging wie gewöhnlich durch die Hintertür, die offenstand - denn niemand hält hier in der Gegend seine Tür verschlossen, schon gar nicht am hellen Tage -, stellte die Milch in die Speisekammer und ging in sein Zimmer, um die Zeitung zu lesen und zu rauchen.
