
»Nur immer herein«, rief eine bekannte Stimme von innen. Ich stürzte hinein. Poirot starrte mich an. In den Händen hielt er eine kleine Reisetasche, die bei meinem Anblick zu Boden polterte.
»Mon ami Hastings«, stieß er hervor, »mon ami Hastings!« Auf mich zustürmend, umfing er mich mit beiden Armen. Unser Wortwechsel bestand zunächst lediglich aus Ausrufen, neugierigen Fragen, unvollständigen Antworten, Übermittlungen von Grüßen meiner Frau, Erklärungen über den Grund meiner Reise, alles völlig zusammenhanglos und wirr durcheinander. »Meine Wohnung ist wohl nicht frei?« fragte ich, als unsere Erregung sich etwas gelegt hatte. »Ich würde gerne wieder hier mit dir zusammen wohnen.« Poirots Gesichtsausdruck veränderte sich plötzlich. »Mon Dieu, welch vielversprechende Aussichten! Aber siehst du denn nicht, was los ist, mein Freund?« Erst jetzt sah ich mich um. An der Wand stand eine wahrhafte Arche Noah, ein Koffer mit prähistorischem Einschlag. Daneben standen Koffer aller Größen, ordentlich hingestellt, vom größten bis zum kleinsten. Die Absicht war klar. »Willst du etwa verreisen?«
»Ja.«
»Wohin?«
»Südamerika.«
»Nicht möglich!«
»Ja, ein drolliger Einfall, nicht wahr? Ich fahre nach Rio und freute mich, nichts in meinen Briefen an dich darüber erwähnt zu haben; das wäre eine Überraschung gewesen, wenn ich plötzlich vor meinem alten Freund Hastings aufgetaucht wäre!«
»Wann willst du abreisen?« Poirot sah auf seine Uhr. »In einer Stunde.«
»Ich war stets der Meinung, daß nichts dich verleiten könnte, eine so lange Seereise anzutreten!«
Poirot schloß die Augen und schauderte. »Erinnere mich nicht daran, mein Freund. Mein Arzt versicherte mir, daß man nicht davon stirbt - und es ist ja auch nur dieses eine Mal; zu deiner Information: ich werde nie mehr hierher zurückkehren.« Er nötigte mich in einen Sessel.
