
»Um welche Zeit verließ er das Hotel? Zu der Zeit, da er in Professor Bourgoneaus Laboratorium erwartet wurde?«
»Das wissen wir nicht, denn niemand hat ihn das Hotel verlassen sehen. Auch hat er kein Frühstück zu sich genommen, was darauf hinzudeuten scheint, daß er sehr früh fortgegangen ist.«
»Könnte er vielleicht gleich wieder ausgegangen sein, nachdem er nachts heimgekommen war?«
»Das glaube ich nicht. Sein Bett war benutzt, und der Nachtportier hätte jeden bemerken müssen, der um diese Zeit das Hotel verließ.«
»Das ist vollkommen richtig, Madame. Wir können somit als sicher annehmen, daß er das Hotel frühmorgens verließ, und eine andere Möglichkeit vollkommen ausschließen. Es ist hiernach auch nicht anzunehmen, daß er zur Nachtzeit irgendwelchen Pariser Apachen in die Hände gefallen ist. Fehlte etwas von seinem Gepäck?«
Mrs. Halliday zögerte sichtlich bei dieser Frage, jedoch sagte sie schließlich:
»Nein, er muß nur einen kleinen Koffer mitgenommen haben.«
»Hm«, sagte Poirot nachdenklich, »ich möchte gerne wissen, wo er den Abend verbracht hat. Wenn wir das herausbringen könnten, wären wir ein gutes Stück weiter. Wen hat er an diesem Abend getroffen, da liegt das Geheimnis. Madame, ich teile durchaus nicht den Standpunkt der Polizei, bei der es immer heißt: cherchez la femme, jedoch liegt es auf der Hand, daß irgend etwas Ihren Gatten zur Nachtstunde veranlaßte, seine Pläne zu ändern. Sie sagten, daß er bei seiner Rückkehr nach eingegangener Post gefragt hat. Hat er etwas erhalten?«
»Nur einen Brief, und das muß der gewesen sein, den ich an dem Tage geschrieben habe, an dem er England verließ.« Poirot blieb eine Zeitlang stumm; dann erhob er sich. »Nun, Madame, die Lösung des Rätsels liegt in Paris, und zu diesem Zwecke werde ich mich unverzüglich auf die Reise machen.«
»Es liegt aber alles bereits so lange zurück, Monsieur.«
