
»Erzählte er Ihnen auch über seinen Vortrag, welchen er vor nicht allzu langer Zeit vor einem britischen Auditorium gehalten hat?«
»Natürlich tat er das. Es war das Hauptthema unserer Unterhaltung.«
»Seine Ideen waren wohl etwas phantastischer Natur, oder nicht?« fragte Poirot skeptisch.
»Einige Leute waren wohl dieser Meinung, ich bin jedoch anderer Ansicht.«
»So halten Sie sie also als durchaus durchführbar?«
»Auf jeden Fall. Meine Forschungen gingen nach derselben Richtung, obgleich sie nicht das gleiche Ziel hatten. Ich habe die Gammastrahlen untersucht, die bei einer Substanz in Erscheinung treten, welche unter dem Namen Radium C, dem Produkt einer Radiumstrahlung, bekannt ist, und dabei bin ich auf dieselben magnetischen Erscheinungen gestoßen. Tatsächlich habe ich eine Theorie bezüglich des wahren Ursprungs der Kräfte, die wir als Magnetismus bezeichnen, jedoch sind meine Untersuchungen noch nicht so weit abgeschlossen, daß sie veröffentlicht werden könnten. Mr. Hallidays Experimente und Gedankengänge waren außerordentlich interessant für mich.«
Poirot nickte. Dann stellte er eine Frage, die mich völlig überraschte.
»Madame, wo fanden die Gespräche statt - in diesem Raum?«
»Non, Monsieur, im Laboratorium.«
»Darf ich es einmal sehen?«
» Selbstverständlich.«
Sie führte uns durch die Tür, durch welche sie hereingekommen war, und wir betraten einen schmalen Gang. Danach durchschritten wir zwei weitere Türen und befanden uns in einem großen Laboratorium mit seinen vielen Gefäßen, Schmelztiegeln und Hunderten von anderen Versuchsgegenständen, von welchen ich nicht einmal die Namen kannte. Zwei Angestellte arbeiteten gerade an einem Experiment. Madame Olivier stellte sie vor.
»Mademoiselle Claude, eine meiner Assistentinnen.« Eine große, ernst blickende junge Dame nickte uns zu.
