
»Das ist eben der Grund, warum ich von einer ungewöhnlichen Frau sprach«, sagte Poirot ruhig. »Eine Frau, die ihr Haus betritt - denn ich nehme an, sie wohnt hier, da sie einen Schlüssel hatte - und schnell die Treppe hinaufstürmt, ohne die zwei fremden Besucher, die sich im Treppenhaus befinden, auch nur anzusehen, ist wirklich als außergewöhnlich zu bezeichnen. Mille tonnerres! Was soll das bedeuten?« Er riß mich zurück - gerade noch zur rechten Zeit. Ein Baumstamm war auf den Weg gestürzt, gerade scharf an uns vorbei. Poirot schaute hin, starr vor Entsetzen.
»Das war sehr knapp! Aber wie konnte ich auch darauf vorbereitet sein - ich hatte keinen Verdacht - wenigstens kaum einen Verdacht. Ja, wenn meine Augen die Situation nicht gleich erfaßt hätten, dann dürfte Hercule Poirot wohl jetzt nicht mehr unter den Lebenden sein - ein schrecklicher Verlust für die Welt! Und auch du, mon ami, wärest nicht mehr da, obgleich das nicht eine Katastrophe von solch weltbewegender Bedeutung gewesen wäre«, setzte er spöttisch hinzu. »Vielen Dank«, entgegnete ich kühl, »und was werden wir jetzt tun?«
»Tun?« rief Poirot. »Wir werden jetzt nachdenken. Ja, hier, und zwar gleich auf der Stelle werden wir unsere kleinen grauen Zellen in Funktion treten lassen. Dieser Mr. Halliday - war er nun tatsächlich in Paris? Ja, denn Professor Bourgoneau, mit dem er bekannt ist, hat ihn gesehen und mit ihm gesprochen.«
»Worauf, in aller Welt, willst du hinaus?« rief ich aus.
»Das war am Freitag morgen. Er wurde zuletzt Freitag nacht um elf Uhr gesehen - aber hat man ihn wirklich zu dieser Zeit gesehen?«
»Der Portier - «
»Ein Nachtportier, der zudem Halliday vorher noch nie gesehen hatte. Ein Herr betritt das Hotel, anscheinend Halliday -Nummer vier hat sicher für einen Doppelgänger gesorgt -fragt nach eingegangener Post, geht auf sein Zimmer, packt einen kleinen Koffer und schlüpft heimlich am nächsten Morgen hinaus.
