
»Es handelt sich um weitaus ernstere Angelegenheiten als Sie annehmen, Madame«, sagte Poirot, sie scharf beobachtend. »Ich schlage vor, Sie begeben sich sofort zur Villa nebenan und befreien Mr. Halliday, wenn er noch am Leben ist. Sie sehen, ich bin über alles unterrichtet.«
Ich sah, wie sie plötzlich erbleichte. Erst nagte sie an ihrer Oberlippe, dann sprach sie mit der bei ihr üblichen Entschlossenheit.
»Er ist noch am Leben, aber er befindet sich nicht in der Villa nebenan. Hören Sie, Monsieur Poirot, ich will Ihnen einen Vorschlag machen. Sie belassen mich in Freiheit - und Sie bekommen dafür Mr. Halliday lebend und wohlauf.«
»Angenommen«, sagte Poirot.»Ich war bereits im Begriff, Ihnen denselben Vorschlag zu machen. Doch erlauben sie mit noch eine Frage: Sind Ihre Auftraggeber die Großen Vier, Madame?«
Wiederum bemerkte ich das tödliche Erbleichen, das über ihre Züge ging, doch ließ sie diese Frage unbeantwortet. Statt dessen sagte sie: »Sie gestatten wohl, daß ich telefoniere?« Sie ging zum Telefon hinüber und wählte eine Nummer. »Ich rufe jetzt dort an, wo Ihr Freund sich augenblicklich befindet«, sagte sie erklärend. »Sie können die Nummer durch die Polizei ermitteln lassen, jedoch wird das Nest bereits leer sein, wenn man dort ankommt. Ah, da haben wir schon die Verbindung. Bist du es, Andre? Ich bin es, Inez. Der kleine Belgier ist über alles unterrichtet. Schicke Halliday in sein Hotel, und mach dich aus dem Staube.« Sie legte den Hörer wieder auf die Gabel und kam lächelnd auf uns zu. »Sie werden uns zum Hotel begleiten, Madame.«
»Natürlich, ich habe auch nichts anderes erwartet.« Wir bestiegen ein Taxi und fuhren gemeinsam dorthin. In Poirots Gesicht ließ sich ein Anflug von Verwirrung erkennen, denn die Angelegenheit hatte sich beinahe zu schnell entwickelt. Wir gelangten zum Hotel, wo uns der Portier empfing.
