Aber das Schicksal läßt sich nicht betrügen. Mike hatte nicht nur das Vermögen und den Titel seines Vaters geerbt, sondern anscheinend auch den Fluch, der auf dessen Leben gelastet hatte. Nach einer Reihe ungewöhnlicher und gefährlicher Abenteuer hatte es ihn und seine Freunde schließlich auf eine winzige Insel verschlagen, auf der sie das Wrack der NAUTILUS fanden, das vom letzten noch lebenden Freund seines Vaters – Trautman nämlich – bewacht und beschützt wurde. Und seither befanden sie sich ununterbrochen auf der Flucht. Sie hatten nicht nur Abenteuer erlebt, die er sich vor ein paar Monaten nicht einmal hätte vorstellen können, er hatte auch einen guten Freund verloren, unddieseErinnerung tat weh. Er schob die Gedanken beiseite, denn nun hatte er Serenas Kabine – die vor ein paar Tagen noch seine eigene gewesen war – erreicht.

Er klopfte an, wartete aber nicht, ob jemand antwortete, sondern trat sofort ein. Das war keine Unhöflichkeit; der einzige Bewohner, den die Kabine im Moment mit Ausnahme des schlafenden Mädchens hatte, konnte ihm nicht antworten. Wenigstens nicht laut.

Mike näherte sich dem Mädchen auf dem Bett sehr leise, obwohl er genau wußte, daß selbst der größte Lärm Serena nicht geweckt hätte. Aber es war mit diesem Mädchen ein bißchen so wie mit dem Schiff: Jedesmal, wenn er sie sah, überkam ihn eine Art…Ehrfurcht.Ein merkwürdiges Gefühl, ein Mädchen anzusehen, das weit über zehntausend Jahre zählte und außerdem eine leibhaftige Prinzessin war.

Na und? Du bist ein leibhaftiger Prinz. Wo ist der Unterschied? Die paar Jährchen!

Mike fuhr zusammen. Obwohl Astaroth genauso lange wie Serena an Bord war, erschrak Mike noch immer, wenn er unvermittelt dessen Stimme hörte. Es war wirklich nicht jedermanns Sache, eine Stimme direkt in seinem Kopf zu vernehmen. Noch viel weniger, wenn man bedachte, wem diese Stimme gehörte… »Dasistein Unterschied«, sagte er laut. »Ich bin nur



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