als wäre der gesamte Meeresboden in Bewegung gekommen. Mike begann zu ahnen, was geschah, und die bloßeVorstellunggab ihm noch einmal neue Kraft. Fast so schnell wie Serena schwamm er auf die NAUTILUS zu. Trotzdem erreichte sie das Schiff vor ihm, kletterte mit hastigen Bewegungen auf den Rumpf hinauf und drehte sich herum, um ihm die Hand entgegenzustrecken. Mike schwamm noch schneller, griff nach Serenas Hand und zog sich mit zusammengebissenen Zähnen auf das Deck hinauf. Das Wasser war so heiß, dass er beinahe vor Schmerz aufgeschrien hätte.

Keuchend ließ er sich auf die Knie sinken. Er konnte immer noch nicht richtig sehen. Alles verschwamm vor seinen Augen, auch nachdem er sich das Wasser aus dem Gesicht gewischt hatte. Seine Haut brannte, als hätte er in Säure gebadet. »Was ... was ist das?«, stammelte Serena. Mike war noch immer zu sehr außer Atem, um antworten zu können. Mühsam wandte er den Kopf und sah sich um. Rings um die NAUTILUS schien das Meer zu kochen. Millionen faustgroßer, schimmernder Blasen stiegen an seine Oberfläche und entließen ihren übel riechenden Inhalt und der Dampf war so dicht geworden, dass die NAUTILUS wie in einer dichten Nebelwand eingeschlossen zu sein schien. Auf der zuvor fast unbewegten Wasseroberfläche hatten sich Wellen gebildet, die immer höher wurden. »Nichts wie rein!«, keuchte er. »Rasch!« So schnell sie konnten, rappelten sie sich hoch, liefen zum Turm und kletterten hinein. Mike warf den Deckel über sich zu und verriegelte ihn sorgfältig, ehe er hinter Serena in die Tiefe kletterte. Im Vorbeirennen warf er noch einen Blick aus dem großen Bullauge. Was er sah, erschreckte ihn zutiefst. Das Meer rings um die NAUTILUS kochte nun tatsächlich. Alles, was weiter als zwanzig oder fünfundzwanzig Meter entfernt war, war hinter einer brodelnden grauen Wand verschwunden, die sogar das Sonnenlicht zu verschlucken begann. Draußen schien die Welt untergehen zu wollen.



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