Mike verdrehte die Augen, schnappte übertrieben nach Luft und ließ sich wie ein Stein in die Tiefe sinken und Serena ging auf das Spiel ein und tauchte ihm nach. In zwei oder drei Metern Tiefe holte sie ihn ein, umschlang ihn mit den Armen und trug ihn mit raschen, kraftvollen Schwimmbewegungen wieder zur Oberfläche hinauf. Mike spielte weiter den Ertrinkenden. Er genoss es, Serenas Nähe zu fühlen. In ihrer Umarmung wurde ihm angenehm warm. Dann heiß.

Mike öffnete mit einem Ruck die Augen und sah, dass sich auch auf Serenas Gesicht ein halb erschrockener, halb nachdenklicher Ausdruck ausgebreitet hatte. »Was ist das?«,

fragte sie. Sie ließ ihn los, trieb einen Meter ab und bewegte die Arme, um sich auf der Stelle zu halten.

Das Wasser wurde immer wärmer. Es war jetzt schon fast unangenehm. Wenn die Temperatur noch ein bisschen weiter stieg, würde eswehtun.Auch der sonderbare Geschmack war stärker geworden und der Geruch erinnerte Mike jetzt eindeutig an faule Eier. »Gehen wir ins Schiff zurück«, sagte er. »Das gefällt mir nicht.«

Serena nickte nur. Wortlos drehte sie sich im Wasser herum und schwamm auf die NAUTILUS zu und auch Mike griff nach Kräften aus. Während sie herumtollten, hatten sie sich gute fünfzig oder sechzig Meter weit von dem Tauchboot entfernt; für zwei so geübte Schwimmer wie sie keine nennenswerte Entfernung -und vielleicht trotzdem zu viel. Das Wasser wurde immer heißer. Große, ölig schimmernde Blasen stiegen an seine Oberfläche und platzten und der Gestank nach faulen Eiern wurde immer stärker. Da und dort begann das Meer zu dampfen und das Wasser brannte so heftig in seinen Augen, dass er kaum noch richtig sehen konnte. Und nun hatte er auch noch das Gefühl, dass sich irgendwo tief unter ihnen etwas regte ...



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