»Bleiben Sie also bitte liegen, bis Sie von Chefarzt Medalont untersucht worden sind und er ganz offiziell die Erlaubnis erteilt hat, daß Sie sich ohne Pflegepersonal auf der Station bewegen dürfen. Die nächste Mahlzeit wird in gut drei Stunden serviert, die Untersuchung wird noch vorher stattfinden. Es gibt aber überhaupt keinen Grund zur Besorgnis, Patient Hewlitt, denn das Verfahren wird sich überwiegend verbal und ohne körperlichen Kontakt abspielen.Falls man Ihnen gestattet, das Bett zu verlassen«, fuhr Leethveeschi fort, »erhalten Sie einen Translator, der für die Sprachen programmiert ist, die von den Patienten und Mitarbeitern dieser Station gesprochen werden. Anscheinend haben Sie bislang nur selten die Möglichkeit gehabt, mit fremden Spezies in Kontakt zu treten. Nun, hier werden Sie genügend Gelegenheit dazu finden. Sobald Sie die Lust dazu verspüren, sich mit den anderen Patienten zu unterhalten, und solange Sie dadurch nicht die Arbeit des Klinikpersonals behindern, sollten Sie das auch tun. Patienten, die Sichtblenden um ihre Betten haben, werden entweder gerade untersucht, ruhen sich aus oder sind aus anderen Gründen abgeschirmt und dürfen nicht gestört werden. Die meisten werden aber mit Ihnen reden wollen, wenn Sie sich nach Gesellschaft sehnen. Ach, und wegen deren äußeren Erscheinung brauchen Sie sich wirklich keine Sorgen zu machen, schließlich sind hier alle Patienten häßlich, unförmig und optisch abstoßend. Ohne Ausnahme!«


Noch während er die Wörter der Oberschwester vernahm, fragte sich Hewlitt, ob er tatsächlich so etwas wie ein ironisches Grinsen in einigen der dunklen, nassen Blasen entdeckte, die ihn ansehen mochten, doch er tat diesen Gedanken gleich wieder als lächerlich ab.


»Im Bett gegenüber befindet sich Patient Henredth, ein Kelgianer«, unterrichtete ihn Leethveeschi. »Links daneben liegt Patientin Kletilt vom Planeten Melf und direkt neben Ihnen ist ein Ianer namens Makolli, der noch heute auf Ebene siebenundvierzig verlegt wird, so daß Sie wahrscheinlich keine Gelegenheit mehr haben werden, sich mit ihm zu unterhalten. Ich weiß allerdings nicht, wen man uns an seiner Stelle bringen wird. So, dabei wollen wir es erst einmal bewenden lassen, Patient Hewlitt. Bis der Doktor eintrifft, sollten Sie versuchen, sich etwas auszuruhen oder zu schlafen, wenn Sie können.«



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