
Arthur C. Clarke
Die letzte Generation
Ein utopischer romanTitel der Originalausgabe: „Childhood’s End“
Übersetzung: Else von Hollander-Lossow
Dieses ebook ist nicht für den Verkauf bestimmt
Vorspiel
Der Vulkan, der Taratua aus den Tiefen des Pazifiks emporgeschleudert hatte, schlief seit einer halben Million Jahren. Aber bald, dachte Reinhold, würde die Insel von Feuersgluten eingehüllt sein, die wilder waren als jene, die ihre Geburt begleitet hatten. Er sah zum Flugplatz hinüber, und sein Blick glitt an dem Gerüst in die Höhe, das noch immer die Columbus umgab. Siebzig Meter über dem Erdboden fing der Bug des Schiffes die letzten Strahlen der untergehenden Sonne auf. Dies war eine der letzten Nächte, die es erleben sollte. Bald würde es im ewigen Sonnenschein des Weltraums schweben.
Es war still hier unter den Palmen, hoch oben auf dem felsigen Grat der Insel. Als einziges Geräusch drang vom Werkgelände zeitweise das Heulen eines Luftkompressors oder das ferne Rufen eines Arbeiters herüber. Reinhold hatte die Palmengruppe liebgewonnen; fast jeden Abend kam er hierher, um sein kleines Reich zu überschauen, und der Gedanke, daß die schönen Bäume in Atome zerrissen würden, wenn die Columbus sich flammend und tosend zu den Sternen erhob, machte ihn traurig.
Anderthalb Kilometer unterhalb des Riffs hatte die James Forrestal ihre Scheinwerfer angestellt und ließ sie über das dunkle Wasser gleiten. Die Sonne war jetzt völlig verschwunden, und die Tropennacht brach schnell von Osten herein. Reinhold fragte sich etwas spöttisch, ob man so nahe der Küste russische Unterseeboote zu finden erwarte.
Das Stichwort Rußland lenkte — wie immer — seine Gedanken auf Konrad und auf jenen Frühlingsmorgen des Jahres 1945, das so verheerende Umwälzungen gebracht hatte.
