Die Stierkampfarena war vollbesetzt, als die Matadore und ihre Begleiter in festlichem Zuge hereinkamen. Alles schien wie gewöhnlich zu sein. Das helle Sonnenlicht glänzte auf den traditionellen Trachten, die große Zuschauermenge begrüßte ihre Lieblinge, wie sie es Hunderte von Malen getan hatte. Aber hier und dort blickten besorgte Gesichter zum Himmel auf, zu dem fernen Silberschiff, das fünfzig Kilometer über Madrid schwebte.

Dann hatten die berittenen Stierkämpfer, die Picadores, ihre Plätze eingenommen, und der Stier war schnaubend in die Arena gestürmt. Die mageren Pferde, deren Nüstern sich vor Schrecken blähten, drehten sich im Sonnenlicht, als ihre Reiter sie zwangen, auf ihren Feind loszugehen. Die erste Lanze blinkte auf und traf, und in diesem Augenblick erscholl ein Ton, wie man ihn noch nie auf der Erde gehört hatte.

Es war ein Ton, als ob zehntausend Menschen vor Schmerz über die gleiche Verwundung aufschrien, zehntausend Menschen, die, als sie sich von dem Schreck erholt hatten, merkten, daß sie selbst völlig unverletzt waren. Aber dies war das Ende jenes Stierkampfes und aller Stierkämpfe überhaupt, denn die Nachricht verbreitete sich schnell. Es ist erwähnenswert, daß die Zuschauer so erschüttert waren, daß nur einer von zehn sein Geld zurückverlangte, erwähnenswert auch, daß der Londoner „Daily Mirror“ die Sache noch schlimmer machte, indem er vorschlug, daß die Spanier Kricket zum Nationalsport wählen sollten.

„Sie mögen recht haben“, erwiderte der alte Waliser. „Vielleicht sind die Beweggründe der Overlords gut, je nach ihrer Lebensweise, die in mancher Hinsicht der unseren entsprechen mag. Aber sie sind Eindringlinge. Wir haben sie nie gebeten, herzukommen, unsere Welt auf den Kopf zu stellen und Ideale zu zerstören, ja Nationen, für deren Schutz Millionen von Menschen gekämpft haben.“

„Ich gehöre einer kleinen Nation an, die für ihre Rechte kämpfen mußte“, gab Stormgren zurück. „Dennoch bin ich für Karellen.



43 из 238