
Ein Windhauch, eine leichte Brise, öffnete eine Schneise in dem Dunst und gab den Blick frei auf eine Gruppe Soldaten, die sich um ein Kohlenbecken drängten. Sie warteten auf die letzte Wachablösung. Rufius Vatrenus, ein Spanier aus Sagunt, ein Veteran vieler Schlachten und der Kommandant der Wachmannschaft, wandte sich an seinen Kameraden, den einzigen, der noch kein Wort gesagt hatte: »Und was sagst du, Aurelius? Denkst du auch so wie ich?«
Aurelius stocherte mit der Spitze seines Schwertes im Kohlenbecken herum, um die Flamme neu anzufachen, die knisternd einen ganzen Wirbel von Funken in den milchigen Dunst stieß.
»Ich bin immer Soldat gewesen und habe stets in der Legion gedient. Was sollte ich sonst schon machen?«
Lange herrschte Schweigen: Von einem Gefühl der Ohnmacht und einer unaussprechlichen Angst gepackt, blickten die Männer einander ins Gesicht.
»Laß ihn in Ruhe«, sagte Antoninus, ein älterer Unteroffizier, »er wird nie aus dem Heer ausscheiden, er hat immer dazugehört. Er erinnert sich nicht einmal mehr daran, was er gemacht hat, ehe er zu den Soldaten ging, er entsinnt sich nicht, jemals irgendwo anders gewesen zu sein. Ist es nicht so, Aurelius?«
Der Angesprochene antwortete nicht, aber der Widerschein der bereits erloschenen Kohlenglut ließ einen Moment lang einen Anflug von Traurigkeit in seinem Blick aufblitzen.
