
«Hugh hat unsere Verlobung gelöst, weil er glaubt, daß er im Begriff ist, wahnsinnig zu werden. Er findet, daß Wahnsinnige nicht heiraten sollen», erklärte sie klar und bestimmt.
Hercule Poirots Augenbrauen hoben sich ein wenig.
«Und sind Sie nicht auch dieser Meinung?»
«Ich weiß nicht … Was ist verrückt sein überhaupt? Jedermann ist ein wenig verrückt.» «Es wurde behauptet», stimmte Poirot vorsichtig zu. «Erst wenn man anfängt, sich für ein pochiertes Ei zu halten, muß man eingesperrt werden.»
«Und Ihr Verlobter hat dieses Stadium nicht erreicht?»
«Ich kann überhaupt nichts Abnormes an Hugh finden», erwiderte Diana Maberly. «Er – oh, er ist der vernünftigste Mensch, den ich kenne. Gediegen – verläßlich –»
«Warum glaubt er dann, daß er verrückt wird?» – Poirot machte eine kleine Pause, ehe er fortfuhr – «Ist vielleicht Wahnsinn in der Familie?»
Diana nickte bejahend: «Sein Großvater war nicht normal – glaube ich», erklärte sie widerstrebend, «und irgendeine Großtante. Aber in jeder Familie ist doch irgend jemand verdreht. Unter- oder überbegabt oder irgend etwas, nicht wahr?»Ihre Augen flehten.
Hercule Poirot schüttelte traurig den Kopf und meinte: «Es tut mir furchtbar leid für Sie, Mademoiselle.» Sie streckte das Kinn in die Luft.
«Ich will nicht, daß Sie mich bedauern! Ich will, daß Sie etwas tun!»
«Was soll ich tun?»
«Ich weiß nicht – aber irgend etwas stimmt nicht.»
«Sagen Sie mir bitte alles über Ihren Verlobten, Mademoiselle.»
Diana sprach hastig:
«Sein Name ist Hugh Chandler, vierundzwanzig Jahre alt. Sein Vater ist Admiral Chandler. Sie leben in Lyde Manor, einer Besitzung, die seit der Zeit von Königin Elisabeth I.
