
«Vater?» Sheila Grants Stimme wurde schrill. «Vater?» Sie begann zu lachen. «Ich sehe Vaters Gesicht vor mir! Er darf nichts davon erfahren. Er würde toben!»
«Und mit vollem Recht», sagte Stoddart.
«Doktor – Doktor –» jammerte Mrs. Grace in dem anderen Zimmer.
Stoddart brummte etwas wenig Schmeichelhaftes und ging hinaus.
Sheila Grant starrte Poirot wieder an. Sie zerbrach sich offenbar den Kopf.
«Wer sind Sie eigentlich? Sie waren nicht bei der Gesellschaft?»
«Nein, ich war nicht bei der Gesellschaft. Ich bin ein Freund von Dr. Stoddart.»
«Sind Sie auch Arzt? Sie sehen nicht so aus.»
«Mein Name», erklärte Hercule Poirot und verstand es wie immer, die einfache Feststellung klingen zu lassen wie die letzten Worte im ersten Akt eines Theaterstückes, knapp bevor der Vorhang fällt, «mein Name ist Hercule Poirot …»
Die Feststellung verfehlte nicht ihre Wirkung. Zuweilen schmerzte es Poirot zu bemerken, daß eine oberflächliche jüngere Generation nie von ihm gehört hatte.
Aber es war klar, daß Sheila Grant wirklich von ihm gehört hatte. Sie war entgeistert – sprachlos. Sie riß die Augen auf.
IIIEs wird mit Recht oder Unrecht behauptet, daß jedermann eine Tante in Torquay hat.
Es wird auch behauptet, daß jedermann wenigstens einen Vetter zweiten Grades in Mertonshire hat. Mertonshire liegt in einer vernünftigen Entfernung von London, man kann dort reiten, jagen und fischen; es hat einige sehr malerische, vielleicht allzu kulissenhafte Dörfer, es hat gute Eisenbahnverbindungen und eine neue Straße, die das Autofahren von und nach London erleichtert. Dienstboten weigern sich weniger heftig dorthin zu gehen als in andere ländliche Distrikte der britischen Inseln.
Daher ist es so gut wie unmöglich, in Mertonshire zu leben, wenn man kein vierstelliges Einkommen hat, und mit der Einkommensteuer und dem, was drum und dran hängt, ist ein fünfstelliges noch besser.
