
Er lauschte auf das bösartige Summen in dem Beutel und sagte: »Ich habe keine Lust, länger auf Nlle zu warten. Ich gehe ein wenig auf die Jagd. Bin bald zurück. Du bleibst hier, ja?« Die Silbermaske schimmerte.
»Ja.«
»Und sag Dr. Nlle, daß ich bald zurückkomme. Ich gehe nur ein wenig auf die Jagd.«
Die dreieckige Tür schloß sich hinter ihm. Seine Schritte verhallten. Sie beobachtete, wie er durch den Sonnenschein stapfte, und folgte ihm mit den Blicken, bis er nicht mehr zu sehen war. Dann machte sie sich an ihre Hausarbeit, streute magnetischen Staub aus und pflückte die Früchte von den Kristallwänden. Sie arbeitete zielstrebig und konzentriert, doch gelegentlich überkam sie eine gewisse Trägheit, und sie ertappte sich dabei, wie sie das seltsame Lied sang und an den Kristallsäulen empor zum Himmel starrte.
Sie hielt den Atem an, stand ganz still und wartete.
Es kam näher.
Jeden Augenblick konnte es geschehen.
Es war wie an Tagen, da ein Gewitter aufzog. Zunächst die erwartungsvolle Stille, der langsam wachsende atmosphärische Druck des nahenden Unwetters, das in hohen Luftschichten Schatten und Dunstfetzen entstehen läßt. Die Veränderung erzeugt einen Druck in den Ohren, und man wartet beklommen auf die Entladung, wobei die Zeit stillzustehen scheint. Man beginnt vor Erregung zu zittern. Der Himmel wird fleckig und verfärbt sich; die Wolken werden dichter und wachsen; die Flanken der Berge nehmen eine metallische Färbung an. Die Blumen in ihren Käfigen stoßen leise warnende Seufzer aus. Man spürt es in den Haarspitzen kribbeln. Irgendwo im Haus singt fast unhörbar die Stimme der Uhr: »Zeit, Zeit, Zeit, Zeit.« nicht lauter, als wenn Wassertropfen auf Samt fallen.
Und dann das Gewitter: die elektrischen Entladungen, der dunkle Niederschlag und die widerhallende Schwärze beherrschten alles, für ewig.
Ja, so war es. Obwohl ein Gewitter heraufzog, war der Himmel noch klar. Blitzschlag lag in der Luft, doch es war noch keine Wolke zu sehen.
