Wirt.

Ein saubres Wohlergehn! Das Fieber möcht ich kriegen.


Sophie.

Mein Vater, sein Sie gut.


Söller trinkt.

Mein Fiekchen, dein Vergnügen!


Sophie.

Das Größte wäre mir, euch nicht entzweit zu sehn.


Wirt.

Wenn er nicht anders wird, so kann das nie geschehn.

Ich bin wahrhaftig lang des ewgen Zankens müde,

Doch wie er's täglich treibt, da halt der Henker Friede!

Er ist ein schlechter Mensch, so kalt, so undankbar!

Er sieht nicht, was er ist, er denkt nicht, was er war,

Nicht an den povern Stand, aus dem ich ihn gerissen,

An seine Schulden nicht; davon will er nichts wissen.

Man sieht, es bessert doch nicht Elend, Reu noch Zeit; —

Einmal ein Lumpenhund, der bleibt's in Ewigkeit.


Sophie.

Er ändert sich gewiß.


Wirt.

Muß er's so lang verschieben?


Sophie.

Das tut die Jugend meist.


Söller.

Ja, Fiekchen, was wir lieben!

Er trinkt.


Wirt aufgebracht.

Dem einen Ohr hinein, dem andern grad heraus!

Er hört mich nicht einmal. Was bin ich denn im Haus?

Ich hab schon zwanzig Jahr mit Ehren mich gehalten.

Meint Er, was ich erwarb, das wollt Er nun verwalten,

Und wollt's so nach und nach verteilen? Nein, mein Freund,

Das laß Er sich vergehn! So bös ist's nicht gemeint!

Mein Ruf hat lang gewährt, und soll noch länger währen;

Es kennt die ganze Welt den Wirt zum schwarzen Bären.



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