«Nein! Das denn doch nicht, mon ami. Ich bete zu Gott, dass dieser Tag mir noch recht fern sein möge. Falscher Schnurrbart! Quel horreur!»

Er zupfte energisch an seinem Bartschmuck, um mich von seiner unbedingten Echtheit zu überzeugen.

«Sehen Sie? Ich habe in ganz London noch keinen einzigen Schnurrbart gesehen, der sich mit dem meinigen vergleichen kann!»

Kunststück, bei dieser Pflege! dachte ich, aber laut ausgesprochen hätte ich es nie, um Poirots Gefühle nicht zu verletzen. Stattdessen fragte ich ihn, ob er seinen Beruf noch immer ausübe.

«Ich weiß zwar, dass Sie sich offiziell vor Jahren zurückgezogen haben…»

«C’est vrai. Um Kürbisse zu pflanzen! Aber dann passiert plötzlich ein Mord – und ich schicke die Kürbisse zum Teufel. Seit meinem so genannten Rücktritt komme ich mir vor wie eine Primadonna, die ihre Abschiedsvorstellung gibt! Diese Abschiedsvorstellung wiederholt sich unaufhörlich, viele, viele Male!»

Ich musste lachen.

«Mon cher, es ist wirklich fast so. Jedes Mal sagte ich: Jetzt ist Schluss! Aber nein – dann kommt wieder etwas Neues! Und unter uns: Mir liegt absolut nichts am Ruhestand. Wenn man die kleinen grauen Zellen des Gehirns nicht trainiert, rosten sie ein.»

«Ich verstehe. Und Sie trainieren sie also bis zu einem gewissen Grad.»

«Richtig. Ich wähle aus. Für Hercule Poirot nur noch die Creme der Verbrechen!»

«Und gab es viel Creme in letzter Zeit?»

«Pas mal. Vor kurzem bin ich knapp davongekommen. Fast hätte man mich erledigt.»

Ich pfiff durch die Zähne.

«Ein unternehmungslustiger Mörder!»

«Weniger unternehmungslustig als unvorsichtig. Jawohl, das war er: unvorsichtig. Aber lassen wir das jetzt. Wissen Sie, Hastings, Sie sind für mich in mancher Hinsicht so etwas wie ein Maskottchen.»



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