«Aber diese hier scheint Ihnen bedeutungsvoll zu sein?»

«Dieser Brief hat irgendetwas, Hastings, was mir nicht gefallen will», antwortete er langsam.

Er nahm den Brief wieder an sich und legte ihn auf den Schreibtisch zurück.

Gegen meinen Willen berührte mich sein nachdenklicher Ton. «Können Sie denn nicht irgendwelche Schritte unternehmen, wenn Ihnen die Sache ernstlich fragwürdig vorkommt?»

«Der Mann der Tat – wie eh und je! Aber was sollte ich denn tun? Die Distriktspolizei hat den Brief gesehen und nimmt ihn sowenig ernst wie Scotland Yard. Fingerabdrücke sind keine vorhanden. Ergo kann man den Schreiber unmöglich eruieren.»

«Also lassen Sie sich tatsächlich nur durch Ihren Instinkt leiten?»

«Nicht Instinkt, Hastings! Instinkt ist ein Wort, das ich hasse! Nein, mein Wissen, meine Erfahrung sagen mir, dass mit diesem Brief etwas nicht stimmt…»

Er gestikulierte heftig, da ihm die Worte fehlten. Dann schüttelte er wieder den Kopf.

«Vielleicht mache ich einen Berg aus einem Maulwurfshügel. Jedenfalls kann ich jetzt nur abwarten.»

«Der Einundzwanzigste ist am Freitag. Wenn also dann in der Nähe von Andover ein Rieseneinbruch stattgefunden haben sollte…»

«Das wäre eine Erlösung!»

«Eine Erlösung?» Ich starrte ihn an. Der Ausdruck schien mir reichlich falsch gewählt in diesem Zusammenhang.

«Ein Einbruch kann unter Umständen sehr aufregend sein, aber als Erlösung habe ich ihn noch nie empfunden!»

Poirot machte eine abwehrende Handbewegung.

«Sie haben mich missverstanden, mein Lieber. Ich wollte sagen, dass ein Einbruch die Angst vor etwas anderem von meiner Seele nehmen würde.»

«Vor was?»

«Mord», sagte Hercule Poirot kurz.


2

Nicht von Hauptmann Hastings selbst erzählt



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