
Mr. Alexander Bonaparte Cust stand von seinem Stuhl auf und spähte kurzsichtig durch das armselig eingerichtete Zimmer. Sein Rücken schien steif von der verkrampften Haltung, die er eingenommen hatte, und erst als er sich streckte und zu seiner vollen Länge aufrichtete, hätte ein zufälliger Beobachter gemerkt, dass er eigentlich ein groß gewachsener Mann war. Seine gebückte Haltung und sein unsicheres, kurzsichtiges Spähen riefen im ersten Augenblick nämlich den gegenteiligen Eindruck hervor.
Er ging zu einem sehr abgetragenen Mantel, der an der Tür hing, und nahm ein Päckchen billiger Zigaretten und ein paar Streichhölzer aus der Tasche. Dann zündete er sich eine Zigarette an und trat an den Tisch zurück, an dem er gesessen hatte. Dort schlug er einen Fahrplan auf, studierte ihn eingehend und wandte darauf seine Aufmerksamkeit einer maschinengeschriebenen Liste von Namen zu. Mit einem Stift machte er neben einen der ersten Namen ein Kreuz. Es war Donnerstag, der 20. Juni.
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Im Moment hatten mich die trüben Vorahnungen Poirots bezüglich des Briefes, den er erhalten hatte, sehr beeindruckt; aber ich muss zugeben, dass ich die Sache vergessen hatte, als der Einundzwanzigste kam, und dass sie mir erst wieder einfiel, als Inspektor Japp von Scotland Yard bei uns erschien. Der Inspektor war ein alter Bekannter, und er begrüßte mich sehr herzlich.
«Ja, da soll doch…!», rief er aus. «Ist Captain Hastings also aus der Wildnis von Dingsda heimgekehrt! Das ist ja wie in guten alten Tagen – Sie hier zusammen mit Monsieur Poirot! Sie sehen gut aus, Mann! Ganz zuoberst lichtet es sich ein bisschen, wie? Aber das blüht uns allen. Mir geht es genauso!»
Das gab mir einen leisen Stich. Ich hatte mir eingebildet, dass die Art, wie ich mein Haar sorgfältig über die lichten Stellen meines Kopfes bürstete, die beginnende Glatze vollkommen verberge. Aber Japp war mir gegenüber nie von überwältigendem Takt gewesen, also entschloss ich mich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und zuzugeben, dass wir alle nicht jünger würden.
