»Los, wir müssen weiter!« drängte Jaime.

Ricardo Mellado griff nach der Maschinenpistole. »Mann, du gibst einen verdammt guten Priester ab. Fast hättest du mich überzeugt.« Er versuchte, mit seinen geschwollenen Lippen zu lächeln.

»Felix und dich haben sie wirklich in die Mangel genommen, was? Aber das werden sie noch büßen!«

Jaime Miro legte den beiden seine Arme um die Schultern und führte sie den Korridor entlang.

»Was ist mit Zamora passiert?«

»Die Aufseher haben ihn tot geprügelt. Wir haben seine Schreie gehört. Sie haben ihn in die Krankenabteilung geschleppt und behauptet, er sei an Herzversagen gestorben.«

Vor ihnen war der Gang durch eine massive Stahl tür abgeriegelt.

»Ihr wartet hier«, wies Jaime Miro seine Männer an.

Er trat an die Tür. »Ich bin hier fertig«, sagte er zu dem Polizeibeamten auf der anderen Seite.

Der Aufseher sperrte die Tür auf. »Beeilen Sie sich lieber, Pater. Draußen geht irgendwas.« Er brachte diesen Satz nicht mehr zu Ende. Als Jaime ihm das Stilett in die Brust stieß, quoll ein Blutstrom aus seinem Mund.

Jaime machte seinen Leuten ein Zeichen. »Los, weiter!«

Felix Carpio schnappte sich die Maschinenpistole des Aufsehers und hastete hinter den beiden anderen die Treppe hinunter. Draußen herrschte unglaubliche Verwirrung. Polizeibeamte liefen durcheinander, versuchten zu begreifen, was passiert war, und bemühten sich, die kreischenden Menschen abzudrängen, die auf der Flucht vor den wütenden Stieren waren.

Ein Tier hatte das Holztor gerammt und aufgesprengt; ein anderes war eben dabei, einen zu Boden gegangenen Uniformierten aufzuspießen. Der rote Lastwagen stand mit laufendem Motor auf dem Hof. Im allgemeinen Durcheinander achtete fast niemand auf die drei Männer. Und die wenigen, denen sie auffielen, waren zu sehr damit beschäftigt, sich vor den Stieren in Sicherheit zu bringen, als dass sie etwas tun konnten, um die drei aufzuhalten.



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